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MAN: Weg für Dreierfusion nach Ferrostaal-Verkauf frei

Markus Horntrich

Nach einem langwierigen Streit verkaufen MAN und IPIC den skandalgeschüttelten Anlagenbauer Ferrostaal an die Beteiligungsfirma MPC. Nach der überraschenden Lösung im Streitfall ist bei MAN nun der Weg für eine Fusion mit Scania frei.

Die Meldung in der Streitsache Ferrostaal zwischen dem Lkw-Bauer MAN und dem arabischen Staatsfonds IPIC fiel kurz aus. MAN und die Investmentgesellschaft IPIC aus Abu-Dhabi haben sich darauf geeinigt, dass MAN die gesamten Anteile von IPIC an Ferrostaal zurückkauft. Unmittelbar danach übernimmt die Hamburger MPC-Gruppe Ferrostaal und MAN hält keine Anteile mehr. Vollzogen wird die Transaktion unmittelbar nach der Freigabe der Wettbewerbsbehörden.

Rückzahlung von 350 Millionen Euro

MAN zahlt für den Rückkauf der Ferrostaal-Anteile an IPIC 350 Millionen Euro. Mit der jetzt erreichten Einigung sind sämtliche Ansprüche zwischen MAN und IPIC abgegolten. Im Gegenzug übernimmt die Hamburger MPC Gruppe Ferrostaal von MAN zu einem Kaufpreis von bis zu 160 Millionen Euro.

Auch die anhängige Schmiergeldaffäre soll in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft mit einem Bußgeld in Höhe von 149 Millionen Euro beendet werden. Ferrostaal kann neu starten und VW-Patriarch Ferdinand Piech endlich die LKW-Allianz zwischen MAN, Scania und VW schmieden. Bislang hatte der Streit über Ferrostaal die Integration von MAN in den VW-Konzern blockiert.

Erhöht VW den MAN-Anteil?

Nachdem Anfang November auch das chinesische Handelsministerium dem Übernahmeangebot von VW an MAN zugestimmt hat, sind alle Vollzugsbedingen erfüllt, sodass VW aktuell rund 55,9 Prozent der MAN-Aktien hält. DER AKTIONÄR geht davon aus, dass VW den Anteil an MAN mittelfristig in Richtung 75 Prozent ausbauen wird, um sich künftig bei Hauptversammlungen die Dreiviertelmehrheit zu sichern.

 

2010

2011e

2012e

2013e

Umsatz in Mrd. Euro

14,68

16,21

15,70

17,65

Gewinn/Aktie in Euro

5,30

8,19

4,59

6,65

         

Aktie interessant

In den aktuellen Prognosen von M.M. Warburg (siehe Tabelle) ist ein Rückgang der Produktion im Jahr 2012 bereits berücksichtigt, nachdem Scania angekündigt hat, die Produktion ab November um zehn bis 15 Prozent zu reduzieren und Volvo einen Rückgang des Gesamtmarktes von rund zehn Prozent in Europa und Südamerika erwartet. Das 2012er-KGV von 12 deutet zwar nicht unbedingt auf ein Schnäppchen hin, die Sonderfantasie mit VW verspricht dennoch eher steigende Notierungen. Das Kursziel von M.M. Warburg liegt bei 78 Euro. Ein Kauf auf dem aktuellen Niveau mit Stopp bei 50 Euro erscheint aussichtsreich.

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