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MAN: Verlust - aber nur durch Sondereffekte

Carsten Englert

Der DAX-Konzern MAN hat heute über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet. Trotz der widrigen Umstände lief es insgesamt überraschend gut für MAN. In die roten Zahlen ist MAN lediglich durch Einmaleffekte gerutscht. Die Aktie legt deutlich zu.

Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN hat heute die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 mitgeteilt. Der Umsatz sank von 14,9 Milliarden auf 12,0 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 258 Millionen Euro. Allerdings nur aufgrund von Einmaleffekten. Abschreibungen auf die Beteiligung von Scania und die Kosten für die Compliance-Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal haben MAN in den roten Bereich gedrückt. Operativ hingegen sah es schon deutlich besser aus. Trotz schwierigem Krisenjahr blieb ein operativer Gewinn von 504 Millionen Euro. Im Vorjahr erzielte MAN noch ein operatives Ergebnis von plus 1,73 Milliarden Euro. Sehr erfreulich ist auch die starke Entwicklung des Cashflows: Der Mittelzufluss explodierte förmlich von 137 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro in 2009.

Die richtige Strategie

2009 war eines der schwierigsten Jahre in der Historie des MAN-Konzerns. Weltweit brach die Nachfrage nach schweren Lkw und Schiffen ein, da auch der Welthandel den Rückwärtsgang eingelegt hatte. Dennoch hat es der Münchener Konzern geschafft, operativ einen ansehnlichen Gewinn zu erwirtschaften. Daher beteiligt MAN seine Aktionäre auch über eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie an dem Erfolg. Teilweise geht der Erfolg auch auf die wichtige BRIC-Strategie zurück. MAN Latin America, das hauptsächlich in Brasilien tätig ist, half dabei, den Umsatzrückgang im Bereich Nutzfahrzeuge zumindest teilweise zu kompensieren. Auch zukünftig dürften die Märkte in den Schwellenländern stärker wachsen als im Rest der Welt. Zudem erholt sich die Weltwirtschaft insgesamt wieder, sodass MAN gut für die Zukunft gerüstet ist.

Die Anleger interpretieren die Zahlen anscheinend ähnlich positiv: Die Aktie legt heute im frühen Handel um knapp zwei Prozent auf 51,03 Euro zu. Kann die Aktie nun auch noch die 200-Tage-Linie (aktuell bei 51,40 Euro) überwinden, bietet sich Anlegern eine lukrative Einstiegschance.

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