Thomas Bergmann
Das Vertrauen der Anleger in die Schuldenpolitik der Staaten und die Entwicklung der Weltwirtschaft hat in den letzten Wochen spürbar gelitten. Einige Volkswirte sprechen bereits von einer drohenden Rezession. Doch wie bewerten die Vorstände der heimischen Small und Mid Caps die aktuelle Situation? DER AKTIONÄR fragte nach.
DER AKTIONÄR sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden der M.A.X. Automation AG, Bernd Priske, über die aktuelle Situation an den Finanzmärkten und mögliche Auswirkungen auf sein Unternehmen.
DER AKTIONÄR: Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation an den Finanzmärkten?

Bernd Priske: Die Risiken für die weltweite Konjunktur haben in den vergangenen Monaten zugenommen und Spuren an den internationalen Finanzmärkten hinterlassen. Insbesondere die Schuldenkrise in Europa und den USA, aber auch die anhaltenden politischen Spannungen im Nahen Osten haben zu einer Verunsicherung der Anleger geführt. Das Ergebnis ist eine hohe Volatilität. Diese Entwicklung beobachten wir genau.
Sehen Sie die Gefahr einer Rezession? Wie groß wären die Auswirkungen für Ihr Unternehmen? Welche Maßnahmen haben Sie eingeleitet bzw. werden Sie einleiten, um dagegenzusteuern?
Momentan ist schwer einzuschätzen, in welcher Form sich die Entwicklung an den Finanzmärkten auf die verschiedenen Branchen auswirken wird. Die deutsche Investitionsgüterindustrie zeigt sich jedenfalls sehr robust und verzeichnet deutliche Zuwachsraten.
Auch die M.A.X. Automation spürt bislang keine Auswirkungen auf ihr Geschäft. Unser Konzern hat sich im bisherigen Jahresverlauf dynamisch entwickelt und eine bemerkenswerte Serie wichtiger Großaufträge verbucht. Daran zeigt sich, dass wir strategisch richtig und zukunftsträchtig aufgestellt sind. Wir bedienen mit unseren Tochtergesellschaften in den Kernsegmenten Industrieautomation und Umwelttechnik langfristige globale Trends und besitzen somit nachhaltige Wachstumsperspektiven. Zu den genannten Trends gehören in der Industrieautomation eine stetig wachsende Nachfrage nach Konsumgütern und in der Umwelttechnik die steigende Bedeutung des Klimaschutzes, der Schonung natürlicher Ressourcen und der bestmöglichen Nutzung der Sekundärrohstoffe. Beide Bereiche sind eng miteinander verbunden, denn eine erhöhte Konsumnachfrage bedingt auch eine Sensibilisierung für den Umgang mit den endlichen Ressourcen und für das Recycling von Reststoffen.
Was erwarten Sie vor diesem Hintergrund im laufenden Geschäftsjahr?
Wir haben erst kürzlich unsere Prognose erhöht. Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir aufgrund der positiven Nachfrageentwicklung einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 14 bis 15 Millionen Euro. Bisher waren wir für das Gesamtjahr von einem Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro und einem EBIT von 12,5 bis 13,5 Millionen Euro ausgegangen.
Diese neue Prognose steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass sich die gestiegenen gesamtwirtschaftlichen Risiken und die angesichts der europäischen Schuldenkrise bestehende Unsicherheit an den Märkten nicht gravierend auf das Geschäft der M.A.X. Automation auswirken.

Wie sehen Ihre mittelfristigen Planungen aus?
Wir sind sicher, dass sich die M.A.X. Automation in ihren Märkten in einem lang anhaltenden Wachstumszyklus befindet. Dabei werden wir die spezifischen Stärken unseres Konzerns im Wettbewerb konsequent ausspielen. Vor diesem Hintergrund sollte die M.A.X. Automation mittelfristig die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro erreichen. Dazu können neben einem organischen Wachstum auch Akquisitionen und Kooperationen, der Ausbau der Internationalisierung und die Erweiterung des Produktspektrums beitragen.
Vielen Dank für das Gespräch.