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Lynas und Siemens: Eine magnetische Anziehungskraft?

Eva-Catharina Schwörer

Der Rohstoffproduzent Lynas und der Mischkonzern Siemens wollen ein Joint Venture gründen. Das Projekt dient der Produktion von Dauermagneten auf Basis Seltener Erden. Anleger reagieren mit Desinteresse.

„Wir sind überzeugt davon, mit Lynas den richtigen Partner gefunden zu haben", erklärte Ralf-Michael Franke, CEO der Siemens Division Drive Technologies. Der deutsche Technologiekonzern und der australische Rohstoffförderer wollen ein Joint Venture eingehen. Das Projekt dient der Produktion von Dauermagneten, die für die Entwicklung energieeffizienter Windturbinen benötigt werden. Die in der Produktion verwendeten Neodymium-haltigen Metalle sollen von Lynas geliefert werden. Siemens, Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windparks, soll 55 Prozent der Anteile halten, Lynas den Rest. Auch sonst dürfen die Australier sich über gute Nachrichten freuen, aber das scheint Anleger (noch) nicht zu interessieren.

Grünes Licht für Malysia

Endlich ist sie da, die langersehnte Entscheidung um das Megaprojekt zur Förderung Seltener Erden in Malaysia: Nachdem Lynas bereits mit dem Bau einer solchen begonnen hatte, wurde dem Unternehmen seitens der malaysischen Regierung Einhalt geboten. Man müsse zuerst die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung überprüfen, bevor man die dringend benötigte Fördergenehmigung erteilen könne. Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Analyse der International Atomic Energy Agency (IAEA) ergab vergangene Woche, dass von der Anlage keinerlei Gefahr für Land und Bevölkerung ausgehe und dass der Rohstoffproduzent sich an internationale Standards gehalten habe. Trotzdem muss Lynas, basierend auf Empfehlungen der IAEA, noch einige Auflagen erfüllen um die Lizenz zur Inbetriebnahme zu erhalten. Das Unternehmen ist jedoch zuversichtlich, dass dies spätestens Ende 2011 der Fall sein wird.

Kaufen!

Auch bei Siemens läuft es rund. Analysten der Royal Bank of Scotland (RBS) werteten den Kurseinbruch von Mai und Juni als Fehlsignal, Anleger hätten falsch auf vom Unternehmen veröffentlichte Informationen reagiert. In heute veröffentlichten Studien empfehlen sowohl die Analysten der Grupo Santander als auch der JP Morgan die Siemens-Aktie zum Kauf. Für das dritte Quartal 2011 prognostiziert DER AKTIONÄR  einen Anstieg des Gewinns um 25 Prozent im Vorjahresvergleich. 

Die Aktie von Lynas ist aufgrund der Malaysia-Affäre unter Druck geraten und befindet sich seit April im kurzfristigen Abwärtstrend. Der langfristige Aufwärtstrend vom März 2009 wurde Anfang Juli unterschritten, dürfte sich aber aufgrund der positiven Nachrichten wieder erholen. Ein Kaufsignal wird generiert wenn sich der Kurs wieder über die Trendlinie bei 1,90 Euro gerettet hat. Auch die Siemens-Aktie hatte seit April zu kämpfen und hat ebenfalls den seit August 2010 andauernden langfristigen Aufwärtstrend unterschritten. Der Kurs ist aber auf dem besten Weg, sich den Trend zurückzuerobern. Der Aktionär bestätigt seine Kaufempfehlung, ein erstes Kursziel liegt bei 105 Euro. Ein Stopp bei 78 Euro sichert ab.

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