Steffen Eidam
Nach einer Abkühlung im abgelaufenen Geschäftsjahr sollte die Frachtsparte der Lufthansa künftig wieder zulegen können. Cargo-Chef Garnadt erwartet vor allem in Asien eine hohe Nachfrage. Die Aktie zieht weiter an.
Mit optimistischen Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf in der Luftfrachtsparte sorgt Lufthansa-Spartenleiter Karl Ulrich Garnadt für weitere Kursgewinne bei der Lufthansa-Aktie. Auch der empfohlene Lufthansa-Call marschiert unaufhaltsam weiter.
Wachstumsträger Asien
Karl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender von Lufthansa Cargo, blickt trotz der Abschwächung im abgelaufenen Jahr optimistisch nach vorn. Im laufenden Jahr soll die Kapazität der Frachtflotte leicht um ein Prozent ausgebaut werden. In den kommenden Jahren dürfte vor allem die Nachfrage aus Asien das Geschäft weiter beleben. Laut Garnadt bleibt China langfristig der wichtigste Wachstumsmarkt. Nach wie vor Probleme bereitet allerdings das chinesische Gemeinschaftsunternehmen Jade. Aufgrund der schwachen Nachfrage ist dessen Flotte derzeit nicht im Einsatz. Derzeit bemüht sich Lufthansa um eine Lösung des Problems. Nähere Einzelheiten gab Garnadt aber noch nicht preis. Das größte Wachstum (plus vier Prozent) rechnet sich Garnadt im laufenden Jahr in Südkorea aus.
Umkämpfte Nachtflüge
Garnadt verwies außerdem darauf, dass das Nachtflugverbot, behördliche Auflagen oder ein hoher Ölpreis die Profitabilität von Lufthansa Cargo deutlich einschränken würden. Allein das Nachtflugverbot dürfte 2012 das operative Ergebnis um rund 40 Millionen Euro schmälern. "Wir hatten die neuen Maschinen bisher für das Wachstum unseres Geschäfts vorgesehen", sagte Garnadt. "Ob wir mit ihnen am Ende nicht doch Teile unserer bestehenden Flotte durch die neuen Flugzeuge ersetzen, werden wir im nächsten Jahr entscheiden, wenn wir die Konsequenzen aus der neuen Nachtflugregelung in Frankfurt einschätzen können", so Garnard gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Für uns gibt es zu Frankfurt keine Alternative." Denn die Frachter müssten an einem Standort mit den Passagierfliegern zusammentreffen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig trifft eine Entscheidung voraussichtlich nicht vor Ende März.
100 Prozent und kein Ende in Sicht
Eine glänzende Ausbeute konnten Anleger bis dato mit dem Mitte Dezember empfohlenen Wave XXL (WKN DE7 DAS, aktuell 3,20 Euro, K.O.-Schwelle: 7,95 Euro). Der Schein notiert mittlerweile 120 Prozent im Plus. Auch die vor wenigen Tagen empfohlene Alternative mit der WKN DE7 2CD (aktuell: 2,72 Euro, Hebel 4,4, K.O.-Schwelle 8,45 Euro) konnte leicht zulegen. Nach wie vor gilt: Anleger können daher einen Teilverkauf in Erwägung ziehen. Die Gewinnmitnahmen sind aufgrund der nach wie vor positiven Aussichten der Lufthansa aber nicht zwingend. Alternativ können spekulative Investoren auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hoffen. Zur Sicherung erster Gewinne sollte der Stoppkurs auf 2,20 Euro angehoben werden.