Lufthansa kürzt rigoros
Die Lufthansa hat ihr Sparprogramm konkretisiert. Dabei fallen die Maßnahmen im Rahmen des Sparprogramms „Score“ heftiger aus als ursprünglich angenommen. Die Kranich-Airline trimmt sich auf Rendite.
Die Ziele sind klar definiert: Bis 2015 sollen die Kosten bei der Lufthansa um 1,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2011 sinken. Jetzt hat Europas größte Airline Details zu „Score" geliefert. Schmerzliche Einschnitte drohen insbesondere im Passagiergeschäft.
Rotstift bei der Passage
Großes Sparpotenzial sieht die Kranich-Airline vor allem im Passagiergeschäft. Allein in dieser Sparte sollen 900 Millionen Euro eingespart werden. Rund zwei Drittel davon durch Kostensenkungen, der Rest könnte durch Erlössteigerungen erreicht werden. Passagier-Vorstand Carsten Spohr erläuterte in einem Brief an die Mitarbeiter, dass die Flotte in den nächsten drei Jahren nicht mehr wachsen soll. In diesem Zeitraum soll außerdem das komplette Geschäft außerhalb der großen Drehkreuze München und Frankfurt mit der Billigtochter Germanwings zusammengelegt werden. Zudem streicht Europas größte Airline auf vielen Langstreckenflügen die First Class. Die Gewerkschaftten sind in Alarmbereitschaft: „Wir befürchten einen Personalabbau und Lohnkürzungen, und wir werden alles tun, hier einen Riegel vorzuschieben", sagte eine Verdi-Sprecherin.
bmi endgültig verkauft
Von einem Sorgenkind konnte sich die Lufthansa jetzt endgültig entledigen. So wurde die defizitäre Tochter British Midland (bmi) für den Bruttoverkaufspreis von 172,5 Millionen Britischen Pfund (207 Millionen Euro) an British Airways verkauft. Der Käufer war in erster Linie an den wertvollen Start- und Landerechten auf dem Grossflughafen London Heathrow interessiert.

Heftiger Gegenwind
Die wachsende Konkurrenz von Billiganbietern und arabischen Airlines, aber auch die Luftverkehrsteuer oder das Nachtflugverbot in Frankfurt sorgen für eine angespannte Situation. Mit den verschärften Sparmaßnahmen setzt die Airline ein Zeichen. Die Aktie ist zuletzt wieder unter die Marke von zehn Euro gefallen. Dennoch dürfte die Airline wieder auf Kurs kommen. Das Kursziel lautet weiter auf 14 Euro. Anleger sollten vor dem Einstieg eine Beruhigung der Situation abwarten.
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