Steffen Eidam
Noch steht unterm Strich ein Minus bei der Lufthansa, doch angesichts der Gewinndynamik hat Deutschlands Branchenprimus seine Jahresziele bekräftigt. Um eine Rückkehr in die Gewinnzone zu erreichen, wolle man weiter kräftig an der Sparschraube drehen.
Die Deutsche Lufthansa hat im ersten Halbjahr aufgrund zahlreicher Probleme unterm Strich Verluste eingeflogen. Trotz aller Widrigkeiten wie den Ausfällen aufgrund der Aschewolke fielen die Zahlen besser aus als erwartet. Die Dynamik mit der sich die Lufthansa aus der Verlustzone hievt, ist unterdessen beeindruckend. Kein Wunder, dass der Vorstand die Jahresprognosen erneut bekräftigt hat.
Gewinndynamik steigt
Europas größte Airline hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch auf der Gewinnseite besser abgeschnitten als von den Analysten erwartet. Daher zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, den operativen Gewinn des Vorjahres in Höhe von 130 Millionen Euro zu steigern. Als Grund nannte der Konzern vor allem die positive Entwicklung auf der Langstrecke und bei der Luftfracht. Nach sechs Monaten schlägt bei der Kranich-Airline ein Minus von 104 Millionen Euro zu Buche. Das ist nur noch etwa ein Drittel des Verlustes, der nach den ersten drei Monaten angefallen ist. Während sich auf der Gewinnseite die höheren Treibstoffpreise und die erstmalige Einbeziehung der ehemaligen Wettbewerber British Midland (BMI) und Austrian Airlines (AUA) negativ bemerkbar machte, sorgte insbesondere Letzteres für einen Umsatzanstieg von 10,2 auf 12,6 Milliarden Euro.

Kostenschraube dreht sich weiter
Trotz der seit einiger Zeit laufenden umfangreichen Sparprogramme will die Lufthansa in Zukunft noch stärker an der Kostenschraube drehen: "Insbesondere aufgrund des eingetretenen Preisverfalls und der veränderten Nachfrage auf der Kurzstrecke werden wir die Kostensenkungsmaßnahmen weiterhin entschlossen vorantreiben", sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow. Immerhin stellte sich zuletzt ein leichter Aufwärtstrend gerade im gewinnträchtigen Segment der hochpreisigen Tickets ein. Von den Ergebnissen früherer Jahre ist die Airline aber noch weit entfernt.
Weiter dabei bleiben
Trotz der zunächst negativ aufgenommenen Halbjahreszahlen sieht DER AKTIONÄR ein gehöriges Aufwärtspotenzial bei der Lufthansa-Aktie. Investierte Anleger bleiben weiter am Ball. Das nächste Kursziel liegt im Bereich des Jahreshochs bei 13,50 Euro. Ein Sprung über diese Marke würde ein neues charttechnisches Kaufsignal generieren. Wenn dies gelingt, kann die bestehende Position aufgestockt werden.