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Lufthansa-Cargo vor dem Aus?

Steffen Eidam

Eine mögliche Überraschung deutet sich bei der Lufthansa an. Europas größte Airline droht mit der Einstellung des Frachtgeschäfts. Hintergrund ist das umstrittene Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.

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Bei der Lufthansa geht es zur Sache. Nachdem Konzernchef Franz zuvor eine mögliche Schließung der defizitären Tochter British Midland (BMI) ins Spiel brachte, erwägt der Manager nun die Abspaltung der großen Frachtsparte. Hintergrund ist der schwelende Streit um das Nachtflugverbot in Frankfurt.  

Paukenschlag angedroht

Sollte das Bundesverwaltungsgericht am 4. April das Nachtflugverbot am Lufthansa-Drehkreuz Frankfurt/Main bestätigen, denkt Europas größte Airline ernsthaft über  eine Abspaltung der Sparte Cargo nach. Lufthansa Cargo-Vorstandschef Karl-Ulrich Garnadt erklärte, die derzeitige Lösung, Starts und Landungen auf die Zeiten vor 22 und nach 5 Uhr zu verschieben, sei nur provisorisch. "Das kostet Geld und bringt nichts." Notfalls müsse man sich dann von seiner Frachterflotte (18 Maschinen) trennen.

Zukunftsweisende Entscheidung

Die Lufthansa hat wiederholt klargestellt, dass es für die Frachtflotte keine Alternative zum Standort Frankfurt gibt. Daher gewinnt die Entscheidung Anfang April an Brisanz. Ein Verbot von Flügen zwischen 23 und 5 Uhr würde der Kranich-Airline nach eigenen Berechnungen für das Jahr 2012 einen Umsatzverlust in dreistelliger Millionenhöhe und ein Minus von 40 Millionen Euro bescheren.

Rigoroses Durchgreifen

Die jüngsten Äußerungen des Lufthansa-Managements lassen nur einen Schluss zu: Verlustbringer haben unter dem Konzerndach in Zukunft keine Chance mehr. Das dürfte auch als Fingerzeig an die nach wie vor verlustreiche Austrian Airlines gedacht sein. Bis die Frachtsparte tatsächlich abgespalten wird, dürften unterdessen noch viele Verhandlungen folgen. Mittel- bis langfristig bleibt die Kranich-Aktie kaufenswert. Für spekulative Anleger könnte sich auch der Kauf des Wave-XXL mit der WKN DE9AHH (aktuell: 1,70 Euro, K.O-Schwelle: 9,10 Euro) lohnen.

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