Lufthansa: Achtung Aufholpotenzial
Lufthansa-Chef Franz fordert eine staatliche Regulierung der subventionierten Konkurrenten aus dem Orient. Mit der defizitären Tochter BMI macht Franz womöglich kurzen Prozess. Was macht die Aktie?
Die Ausweitung der arabischen Airlines auf europäische Stützpunkte ist Lufthansa-Chef Franz schon lange ein Dorn im Auge. Jetzt fordert er den Staat zum Handeln auf. Noch nicht vom Tisch ist zudem das Thema BMI. Dennoch: Die Lufthansa-Aktie dürfte sich tendenziell verteuern.
Staat soll Wettbewerb beschränken
Lufthansa-Chef Christoph Franz sieht den Staat in der Pflicht, der wachsenden Konkurrenz aus den Golfstaaten einen Riegel vorzuschieben. Gegenüber der WirtschaftsWoche sprach er sich für die Einführung einer Kapazitätsgrenze aus. "Hier müssen die Regierungen aktiv werden", denn auf Dauer könne man so "nicht leben." Das Angebot arabischer Fluglinien sei aufgrund staatlicher Hilfen wettbewerbswidrig und führe zudem am Markt vorbei.

Notfalls Schließung
Das Thema British Midland (BMI) bereitet Franz ebenfalls Kopfzerbrechen. Sollten die Wettbewerbshüter in Brüssel den Verkauf der defizitären Airline an die International Consolidated Airlines Group (IAG) verhindern, erwägt die Lufthansa auch eine Schließung der BMI, so die Sunday Times. Eine Einigung mit der Holding-Gesellschaft von British Airways und Iberia über den BMI-Verkauf zu einem Preis von maximal 172,5 Millionen Pfund Sterling konnte bereits im Dezember erzielt werden.
Tendenz steigend
Die Sparmaßnahmen der Lufthansa dürften sich trotz eines herausfordernden Branchenumfelds mittelfristig positiv bemerkbar machen. Ebenso die parallelen Investitionen in das gewinnbringende Langstreckengeschäft. Auf kurze Sicht bietet die Lufthansa-Aktie ebenfalls gute Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die Aktie bleibt daher kaufenswert. Für spekulative Anleger könnte sich auch der Kauf des Wave-XXL mit der WKN DE9AHH (aktuell: 1,85 Euro, K.O-Schwelle: 9,10 Euro) lohnen.
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