Steffen Eidam
Der Unterhaltungsgeräte-Hersteller Loewe profitiert im ersten Quartal von der unmittelbar bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Auf der Hauptversammlung deutete die Konzernleitung an, dass sich der positive Trend auch danach fortsetzen soll. Die Aktie reagiert nicht auf diese Nachrichten.
Obwohl die Fußball-Weltmeisterschaft noch nicht begonnen hat, profitieren viele Unternehmen bereits im Vorfeld von dem Sportereignis. Der Unterhaltungselektronik-Hersteller Loewe hob auf seiner Hauptversammlung den WM-Effekt hervor und zeigte sich auch für den weiteren Geschäftsverlauf optimistisch. Beim Blick auf den Kursverlauf der Loewe-Aktie kommt hingegen wenig Freude auf. Ein klassischer Fall von Nachzügler?
Fußball-WM kurbelt Absatz an
Im Rahmen der Hauptversammlung bestätigte der SDAX-Konzern seine kürzlich vorgelegten Ergebnisse für das erste Quartal. Demnach habe sich anstehende Fußball Weltmeisterschaft positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Die Erlöse stiegen leicht um ein Prozent auf 73,4 Millionen Euro, der Quartalsgewinn hielt sich konstant bei 0,2 Millionen Euro. Rückgänge musste das in Kronach ansässige Unternehmen vor allem im Inland (minus drei Prozent auf 42,2 Millionen Euro) hinnehmen, während der Exportumsatz um sieben Prozent auf 31,2 Millionen Euro angezogen hat.

Optimistische Aussichten
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 schüttet Loewe eine Dividende von 0,25 Euro (nach 0,50 Euro im Vorjahr) aus. Die Aktie wird deshalb am heutigen Freitag ex-Dividende gehandelt. Vorstandsvorsitzender Frieder Löhrer blickt optimistisch in die Zukunft. 'Die Fußball-Weltmeisterschaft scheint ihre traditionelle Rolle als Konjunkturlokomotive für unsere Branche auch in diesem Jahr wieder auszufüllen'. Dank technischer Innovationen wie neuen 3D-Fernsehern dürften sich auch 2011 ein anhaltendes Marktwachstum einstellen. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern ein EBIT auf Vorjahresniveau an.
Unterstützung durchbrochen
Die Loewe-Aktie entwickelte sich in den letzten zwei Monaten enttäuschend. Mittlerweile ist das Papier auch charttechnisch angeschlagen. So wurde zuletzt unter anderem die Unterstützung bei 8,50 Euro nach unten durchbrochen. Derzeit drängt sich kein Kauf der Papiere an. Investierte Anleger halten ihre Bestände - Stopp bei acht Euro beachten. Für Zukäufe ist es trotz eines günstigen 2010er-KGVs von rund sieben angesichts des schwankungsanfälligen Marktumfelds noch zu früh.