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Loewe: Horrormeldung

Andreas Deutsch

Verlust eingefahren, enttäuschendes WM-Geschäft, Chef zurückgetreten: Bei Loewe kommt es heute knüppeldick. Ein Restrukturierungsprogramm soll den Spezialisten für Unterhaltungselektronik wieder auf Kurs bringen. Die Loewe-Aktie verliert unterdessen fast sechs Prozent.

Im zweiten Quartal hat Loewe mit 74 Millionen Euro vier Prozent mehr umgesetzt als noch vor einem Jahr. Trotz dieses moderaten Anstiegs verbuchte Loewe ein negatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 4,9 Millionen Euro. Grund für das schwache Ergebnis sind laut Loewe höhere Beschaffungskosten und Preisanpassungen. Erschwerend kam hinzu, dass Loewe die neue TV-Familie Individual wegen Zuliefererproblemen erst während der Fußball-WM in den europäischen Kernmärkten einführen konnte.

Vorstand geht

Vorstandschef Frieder C. Löhrer zieht die Konsequenzen aus der schwachen Bilanz: "Wir haben in den vergangenen Monaten nicht alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben - insbesondere das Geschäft rund um die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben", erklärte er. "Ich übernehme dafür die persönliche Verantwortung und habe den Aufsichtsrat gebeten, meinen Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen."

Löhrers Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Oliver Seidl. Sein Ziel: Mit einem bereits gestarteten Restrukturierungsprogramm in Zusammenarbeit mit einem externen Partner die Loewe AG "für die Zukunft noch effizienter aufzustellen".

Verlust in 2010?

Für das laufende Geschäftsjahr kann ein "negatives EBIT nicht ausgeschlossen werden". Dies resultiere laut dem Unternehmen im Wesentlichen aus Risiken auf der Währungs- und Beschaffungsseite. Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet Loewe ein leichtes Umsatzwachstum und eine positive Ergebnisentwicklung.

Nicht kaufen

Anleger sollten abwarten, ob die Restrukturierung Früchte trägt. Das Vertrauen in das Unternehmen ist nun erst einmal erschüttert. Die Aktie ist derzeit kein Kauf.

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