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LinkedIn: Internetblase 2.0?

Eva-Catharina Schwörer

Dank eines fulminanten Börsenstarts hat LinkedIn seinen Börsenwert nochmals verdoppelt - innerhalb von nur einem Tag. Das Unternehmen kostet nun 600 Mal mehr, als es zuletzt Gewinn erwirtschaftet hat. Das erinnert unweigerlich an die Dotcom-Blase vor zehn Jahren.

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Besser hätte es für das vergleichweise junge US-amerikanische Internet-Start-up wirklich nicht laufen können: Nachdem das Unternehmen mit 45 Dollar bereits einen sehr ambitionierten Ausgabepreis verlangte waren Anleger zeitweise sogar bereit, pro Aktie knapp das Dreifache zu bezahlen. In dem Moment war LinkedIn fast 12 Milliarden Dollar wert, mehr als zum Beispiel die Lufthansa. Am Ende des ersten Handelstages lag der Kurs bei 94,25 Dollar (65,99 Euro).

 Zu viel Euphorie?

Einem Gewinn von 15 Millionen Dollar im vergangenen Jahr (Umsatz: 243 Millionen Dollar) steht ein Börsenwert von 8,9 Milliarden Dollar gegenüber. Das erinnert Experten an die Interneteuphorie vor zehn Jahren. Damals erreichten nahezu umsatzlose Internet-Start-ups inkürzester Zeit Milliardenbewertungen.

100 Millionen Nutzer

Über LinkedIn sind mittlerweile 100 Millionen Nutzer miteinander vernetzt. Im Gegensatz zu Facebook oder MySpace geht es bei der Business-Plattform nicht um die private sondern rein um die berufliche Kontaktpflege. Grösster Konkurrent der US-Amerikaner ist das deutsche Unternehmen Xing mit Sitz in Hamburg. Mit 10 Millionen Nutzern erreicht Xing zwar nicht die Dimension des US-Konzerns, erwirtschaftete aber mit einem Gewinn von 16,7 Millionen Euro im letzten Jahr (23,9 Millionen Dollar) fast 60 Prozent mehr als LinkedIn (15,4 Millionen Dollar).

Börsengang von Facebook mit Spannung erwartet

Mit Spannung erwarten Aktionäre den angekündigten Börsengang von Facebook. Mit 600 Millionen Nutzern und einem Umsatz von geschätzten zwei Milliarden Dollar im Jahr 2010 (Gewinn: 600 Millionen Dollar) übertrifft der Onlineriese LinkedIn um ein Vielfaches. Würde Facebook eine ähnliche Bewertung erhalten wie aktuell LinkedIn, dann käme das Unternehmen auf einen Börsenwert von 360 Milliarden Dollar.

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung, die Gewinne bei Xing laufen zu lassen. Bei LinkedIn sind die Aktienkurse der Realität zu weit vorausgeeilt, hier sollte zunächst eine Beruhigung des Kurses abgewartet werden.

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