Dominik Schertel
Der im MDAX notierte Spezialchemiekonzern Lanxess hat in dieser Woche seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Die Daten lassen deutliche Spuren der weltweiten Wirtschaftskrise erkennen. Allerdings kann die Geschäftsentwicklung der letzten Monate 2009 sowie der Ausblick durchaus positiv stimmen.
Anfang März hatte die Vorstandschaft von Lanxess die Ergebnisprognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 nach oben angepasst. Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen befanden sich exakt im Erwartungshorizont. Der MDAX-Konzern erzielte 2009 ein EBITDA von 465 Millionen Euro, nach 722 Millionen Euro im Vorjahr. Auch beim Umsatz machte sich die Wirtschaftskrise deutlich bemerkbar. Die Leverkusener mussten einen Rückgang von rund 23 Prozent auf 5,057 Milliarden Euro ausweisen, bei einer durchschnittlichen Auslastung von lediglich 70 Prozent. Trotz allem blieb der Spezialchemiekonzern mit einem Gewinn von 40 Millionen Euro in den schwarzen Zahlen. Zudem konnte die Nettoverschuldung von 864 Millionen Euro auf 794 Millionen Euro zurückgefahren werden. "Unsere Ergebnisse für das Krisenjahr 2009 zeigen, dass wir den Belastungstest gut bestanden haben", kommentierte Konzernchef Axel Heitmann die Ergebnisse. Vor allem der asiatische Raum konnte sich im vergangenen Jahr als Stabilisator erweisen.
Vorsichtig optimistisch
"Das vierte Quartal 2009 und unser Start ins neue Jahr stimmen uns zuversichtlich", gibt sich Heitmann kämpferisch. Das Konzernergebnis in den letzten drei Monaten 2009 betrug 14 Millionen Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahresquartal ein Verlust von 32 Millionen Euro angefallen war. Nach einem von der Wirtschaftskrise geprägten Jahr, rechnet man für 2010 mit einem deutlich verbesserten Ergebnis. Um dies zu erreichen werden die laufenden Sparprogramme fortgesetzt. Die temporären Einsparungen sollen 2010 rund 140 Millionen Euro betragen. Neben organischem, bleibt zudem externes Wachstum ein Thema. Lanxess werde weiter Ausschau halten nach Zukäufen, so Heitmann.
Commerzbank rät zum Kauf
Die Experten der Commerzbank haben ihre Einschätzung auf "Buy" mit Ziel bei 35,00 Euro belassen. Analyst Stephan Kippe erwartet eine Entwicklung über den Markterwartungen bei dem MDAX-Konzern. Auch die Experten der Deutschen Bank und Sal. Oppenheim empfehlen den Titel zum Kauf. Die Kursziele liegen bei 38,00 Euro respektive 33,00 Euro. Citigroup-Analyst Andrew Benson stuft die Lanxess-Papiere hingegen nach wie vor mit "Sell" und Kursziel 13,00 Euro ein. Das Wertpotenzial sei nahezu ausgeschöpft, so der Experte in seiner Studie.
Run auf 2-Jahres-Hoch
Aus charttechnischer Sicht geben die Papiere von Lanxess ein sehr gutes Bild ab. Nach dem drastischen Einbruch mit Beginn der Wirtschaftskrise, startete das Papier 2009 eine fulminante Aufholjagd. Der MDAX-Wert arbeitete sich in den vergangenen Monaten in einem intakten Aufwärtstrend zurück auf über 30,00 Euro und markierte jüngst ein neues Jahreshoch. Dadurch wurde ein charttechnisches Kaufsignal generiert, was Anschlusskäufe nach sich zog. Nun ist der Weg frei bis auf das bisherige 2-Jahres-Hoch vom 6. Juni 2008 bei 33,10 Euro.

Kursziel 35,00 Euro
Die relativ starke Entwicklung im Schlussquartal nährt die Hoffnung auf eine Trendwende bei dem Spezialchemiekonzern. Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres dürfte, nach dem Einbruch im Vorjahresquartal, eine deutlich besseres Ergebnis zu Buche stehen. Anleger, die der AKTIONÄRs-Empfehlung im August 2009 gefolgt sind, können sich bereits über deutliche Gewinne freuen und bleiben natürlich am Ball. Auch für Neueinsteiger bleibt der Wert attraktiv. Allerdings sollten nach der Rallye der vergangenen drei Wochen - mit einem Kursplus von fast 20 Prozent (akt. Kurs: 32,24 Euro) - Kursschwächen zum Einstieg genutzt werden. Das nächste Kursziel liegt bei 35,00 Euro. Der Stoppkurs sollte vorerst weiterhin bei 27,00 Euro gesetzt werden.