Alfred Maydorn
Am Freitag kamen die in New York notierten chinesischen Solaraktien stark unter Druck. Größter Verlierer war Trina Solar mit einem Minus von zehn Prozent. War es lediglich ein schwacher Tag oder steht eine längerfristige Abwärtsbewegung bevor?
Trina Solar fällt um zehn Prozent, bei Yingli Green Energy geht es fünf Prozent nach unten, Ja Solar fällt um 4,5 Prozent und auch Renesola und Solarfun verlieren kräftig. Bei allen Titeln, insbesondere bei Trina Solar, kam es zu sehr hohen Handelsumsätzen, bei einigen Titeln wurden wichtige Chart-Marken unterschritten. Am Freitag dominierten bei chinesischen Solaraktien die Verkäufer.
Schwacher Gesamtmarkt, negative Analysten
Einer der Gründe für die satten Kursverluste der chinesischen Solaraktien war zweifellos die Spekulation über eine mögliche Zinserhöhung in China - sie belastete alle chinesischen Aktien. Am Freitagmorgen hatte der Shanghai Composite Index um über fünf Prozent nachgegeben - der größte Tagesverlust seit 14 Monaten.
Zusätzlich belasteten einige negative Analystenkommentare die Branche. So stuften die Analysten von Nomura die Aktie von Ja Solar von "Kaufen" auf "Neutral" zurück. Das Kursziel wurde von 10,00 auf 8,00 Dollar reduziert. Die Aktie von Ja Solar fiel am Freitag um 4,5 Prozent auf 8,50 Dollar.
Yingli Green Energy verlor mehr als fünf Prozent an Wert und fiel bis auf knapp über elf Dollar zurück und damit auf das niedrigste Niveau seit Ende September. Kursbewegende Nachrichten gab es nicht, die Aktie neigt bereits seit einigen Monaten zur Schwäche.

Sonderfall Solarfun
Bei Solarfun hielten sich die Abschläge mit gut zwei Prozent zwar in Grenzen, aber der Titel hatte bereits an den Vortagen kräftig Federn lassen müssen. An nur vier Handelstagen rutschte die Aktie des Solarkonzerns um rund 20 Prozent in die Tiefe. Ein mauer Ausblick und die überraschende Ankündigung einer Kapitalerhöhung haben den Ausverkauf ausgelöst. Der Konzern will 9,2 Millionen neue Aktien zum Kurs von 9,00 Dollar ausgeben.

Die Schwäche bei den chinesischen Solaraktien lässt sich in erster Linie auf die Befürchtungen einer möglichen Zinserhöhung in China zurückführen, unter der alle chinesischen Titel leiden. Weitere Abschläge sind zwar nicht auszuschließen, in Anbetracht der extrem niedrigen Bewertungen der meisten Titel sollten sie sich aber in Grenzen halten.
Kurse runter, Prognosen rauf
In den letzten Tagen wurden die Gewinnprognosen vieler chinesischer Solaraktien kräftig angehoben, was in Kombination mit den nachgeben Kursen zu höchst attraktiven Bewertungen geführt hat. So hat Yingli Green Energy mittlerweile ein 2011er-KGV von acht - so günstig gab es die Aktie schon seit Jahren nicht mehr. Das KGV von Renesola ist auf 6 zusammengeschrumpft und für Solarfun muss derzeit nur der fünffache Jahresgewinn gezahlt werden.
Investierte Anleger sollten sich durch die Abschläge nicht verunsichern lassen. Im Gegenteil, die günstigen Bewertungen eröffnen eine interessante Nachkaufchance. Die Favoriten des AKTIONÄRS sind Yingli Green Energy, Renesola und auf dem tiefen Niveau auch wieder Solarfun.