Florian Söllner
Während im Solarsektor mehrere Projektierer gescheitert sind, läuft es beim Entwickler von Windparks vergleichsweise gut. PNE Wind meldete nun den Verkauf des Projektes "Gode Wind II".
Wenn PNE-Wind-Chef Martin Billhardt in zwei Tagen Raketen steigen lässt, kann er auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Denn kurz vor Jahresende hat er noch einen wichtigen Deal in die Wege geleitet. Wie am Donnerstag gemeldet wurde, wird das Offshore-Windparkprojekt "Gode Wind II" an den dänischen Investor Brancor Capital Partners verkauft. Der Verkaufspreis des 252 MW Projektes dürfte bei rund 80 Millionen Euro liegen. Der Übergang von 50,1 Prozent der Anteile erfolge am 29. Dezember 2011, der erste wesentliche Zahlungseingangs am 29. Februar 2012. Die verbleibenden Anteile sollen mit Erhalt einer zweiten Kaufpreisrate übertragen werden.
Komplett in trockenen Tüchern ist der Deal nicht. "Der Kaufpreis entspricht unseren Erwartungen und wird, wie in Offshore-Transaktionen üblich, in mehreren Teilbeträgen gezahlt. Aufgrund der auflösenden Bedingung des gesamten Vertrages bis zum Zahlungseingang der ersten Kaufpreisrate ist der Verkauf noch in der Schwebe", erklärt Martin Billhardt.
Nun muss der Park fertiggestellt werden. Für den Bau von "Gode Wind II" hat PNE zunächst bei Vestas 84 Windenergieanlagen bestellt. Doch der Verkauf des erschlossenen Projektes wird schon jetzt ergebniswirksam: "PNW Wind wird voraussichtlich einen großen Teil ihrer Konzernprognose für die Geschäftsjahre 2011 bis 2013 von kumuliert 60 bis 72 Millionen Euro bereits in 2011 erreichen", so der Wind-Projektierer.
Neben "Gode Wind" I und II befinden sich vier weitere eigene Offshore-Projekte in der Planungs- und Antragsphase. Insgesamt liegt deren anvisierte Nennleistung bei rund 2.600 MW.

Aktie euphorisiert
In der Aktie gibt es das Feuerwerk schon heute. Das Papier steigt aktuell um zehn Prozent auf 1,93 Euro. Dennoch liegt die Marktkapitalisierung erst bei 88 Millionen Euro, was in etwa dem Niveau des Buchwertes entspricht. Investierte Anleger sollten den Stoppkurs nachziehen und ihre Gewinne laufen lassen. Nur kurzfristig orientierte Trader sollten pro-zyklisch aufspringen - geduldige Investoren warten eine Kursberuhigung ab. Charttechnisch wird die Luft spätestens beim 2,20-Euro-Widerstand dünner.