Werner Sperber

KUKA-Vorstandsvorsitzender Dr. Till Reuter ist nach den Halbjahreszahlen und einem Auftrag aus Brasilien optimistisch für die Zukunft des Anbieters von Industrierobotern und Automationslösungen. Zudem sieht die Aktie charttechnisch derzeit gut aus.
Die KUKA AG aus Augsburg hat einen Großauftrag im Volumen eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages erhalten. Der Auftraggeber ist ein internationaler Automobilhersteller, für den die KUKA-Sparte "Systems (Automationslösungen; in der Sparte "Robotics" stellt KUKA Industrieroboter her)" die komplette Karrosserie-Rohbau-Anlage in einem Werk in Brasilien liefert. KUKA-Vorstandsvorsitzender Dr. Till Reuter kommentiert: "KUKA profitiert von den steigenden Investitionen der Automobilindustrie in den aufstrebenden BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Unsere Strategie, sich auf Wachstumsregionen zu konzentrieren, beginnt Früchte zu tragen." Der Auftraggeber hat rund die Hälfte dieses Betrages bereits Ende Juni, also noch im ersten Halbjahr 2010 abgerufen.
"Hervorragende Aussichten"
Mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres und vor allem des zweiten Quartals ist Dr. Reuter so zufrieden, dass er die Prognosen für das Gesamtjahr 2010 angehoben hat. Nun erwartet der Vorstand Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro, nach 903 Millionen Euro im Jahr 2009. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll 20 bis 30 Millionen Euro abzüglich zehn Millionen Euro für die Kosten des weiteren Konzernumbaus betragen. Im vorigen Jahr belief sich das EBIT auf minus 53 Millionen Euro.
Besser als erwartet
Im zweiten Quartal 2009 durchschritt KUKA den Tiefpunkt in der Rezession. Im ersten Quartal 2010 lief es wesentlich besser und im zweiten Quartal erreichte das Volumen der Auftragseingänge in der Sparte "Robotics" mit 246,4 Millionen Euro sogar einen Rekordwert. Im Konzern erhöhte sich der Wert der Auftragseingänge im Jahresvergleich um 12,1 Prozent auf 283,9 Millionen Euro. Der Auftragsbestand legte um 9,1 Prozent auf 630,9 Millionen Euro zu. Der Umsatz stieg um 28,6 Prozent auf 271 Millionen Euro. Obwohl im zweiten Quartal vergleichsweise viel im margenschwachen Automobilgeschäft erlöst worden ist, verbesserte sich das EBIT von minus 23,1 Millionen auf plus 6,7 Millionen Euro. Dr. Reuter erklärte: "Ab dem zweiten Halbjahr werden höhere Anteile der General Industry (höhermargige allgemeine Industriezweige) im Umsatzmix erwartet. Ab 2011 wird die neue Generation von Industrierobotern (QUANTEC) positive Margeneffekte erzeugen." Das Nettoergebnis verbesserte sich von minus 34,2 Millionen auf plus 0,7 Millionen Euro beziehungsweise 0,02 Euro je Aktie. Damit sind die Zahlen besser ausgefallen als von Analysten geschätzt.

Jetzt einsteigen
Die Analysten sind demzufolge zumeist optimistisch. Stephan Böhm von der Commerzbank beispielsweise riet zunächst weiterhin zum Kauf mit einem Kursziel von 14,50 Euro. Aktuell legt er allerdings nach und erhöht dieses Ziel auf 17 Euro. Auch charttechnisch macht die Aktie derzeit einen guten Eindruck. Es scheint als ob der hartnäckige Widerstand bei zwölf Euro endlich überwunden wird. Dann könnte es sehr schnell zum 52-Wochen-Hoch bei 13,40 Euro gehen, wenn die 38-Tagelinie die 200-Tagelinie von unten her durchschneidet. Beide gleitenden Durchschnitte verlaufen derzeit bei elf Euro. Aufgrund der Wirtschaftserholung und den guten Aussichten bei KUKA bleibt DER AKTIONÄR bei seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 15 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 9,50 Euro gesetzt werden.