Dominik Schertel
Frisches Geld für den stark gebeutelten Roboter- und Anlagenbauer KUKA. Wie der SDAX-Konzern nun bekannt gab, werden 4,65 Millionen neue Aktien ausgegeben, die insgesamt einen Emissionserlös von rund 45 Millionen Euro einbringen sollen.
Der im SDAX-notierte KUKA-Konzern wird 4.655.441 neue auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgeben. Die neuen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 6 zu 1 zum Bezug angeboten. Die Bezugsfrist soll voraussichtlich am 9. Juni 2010 beginnen und am 22. Juni 2010 enden. Der Bezugspreis beträgt 9,75 Euro pro Aktie. Der Roboter- und Anlagenbauer KUKA zapft damit erneut den Kapitalmarkt an und will brutto 45,39 Millionen Euro an frischem Kapital einsammeln. Der Beschluss einer Kapitalerhöhung kommt nicht überraschend. Im März konnte sich KUKA mit einem Bankenkonsortium auf eine Verlängerung der bestehenden Kreditlinien einigen. Im Zuge dessen haben sich die Augsburger verpflichtet, dem Eigenkapital bis Ende Juni 2010 mindestens 23 Millionen Euro zuzuführen.
Mehr Flexibilität
Neben der Verbesserung der Eigenkapitalausstattung soll unter anderem die Bilanz gestärkt und der Auf- und Ausbau der im Bereich Advanced Robotics neu zusammengefassten Geschäftsaktivitäten gestützt werden. Zudem soll der Erlös für finanzielle und strategische Flexibilität für weiteres Wachstum in den Bereichen KUKA Robotics und KUKA Systems sorgen.
Auftragslage bessert sich
Die Augsburger mussten im ersten Quartal bei einem um rund acht Prozent rückläufigen Umsatz einen Nettoverlust von elf Millionen Euro ausweisen. Die Auftragseingänge (plus 23,4 Prozent) machen allerdings Mut für die kommenden Wochen. Vor allem die Nachfrage aus den BRIC-Staaten ist enorm. Ende Mai konnte ein Rahmenvertrag über die Lieferung von 100 Schweißrobotern an den chinesischen Schweißausrüster Huaheng Welding Equipment & Technical geschlossen werden.
Geht das Pendeln weiter?
Im Zuge der Finanzkrise kamen auch die Papiere von KUKA unter die Räder. Anders als bei anderen Aktien blieb bei dem SDAX-Wert die Erholungsbewegung aus. Innerhalb weniger Wochen ging es Ende 2008 runter bis in den Bereich um 10,00 Euro. Seitdem pendelt die Aktie zwischen 10,00 und 12,00 Euro. Der Ausbruch Anfang 2010, der dem Papier ein neues Jahreshoch bescherte, erwies sich als nicht nachhaltig.

Wohin geht der Weg?
DER AKTIONÄR hatte bereits mehrfach auf das Nachholpotential des SDAX-Werts aufmerksam gemacht. Allerdings endete jede Aufholbewegung bereits frühzeitig. Anleger, die bei KUKA investiert sind, können dies auch bleiben und weiter auf einen endgültigen Ausbruch in den kommenden Wochen spekulieren. Neueinstiege drängen sich derzeit nicht auf.