KTG Agrar: Biogastochter kommt an die Börse
Das Agrarunternehmen KTG Agrar bringt seine Energiesparte an die Börse. Details zum Börsengang werden im Rahmen der IPO-Konferenz am 13. Juni bekannt gegeben. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutern die Vorstände Siegfried Hofreiter, und Dr. Thomas Berger ihre Expansionspläne.
Das Agrarunternehmen KTG Agrar bringt seine Energiesparte an die Börse. Details zum Börsengang werden im Rahmen der IPO-Konferenz am 13. Juni bekannt gegeben. Die Biogas-Aktivitäten von KTG Agrar sind in der KTG Energie AG gebündelt. Die WGZ Bank soll die KTG-Tochter noch im Juni an die Börse begleiten. KTG Energie zählt sich zu den führenden Produzenten von Biogas in Deutschland, mit einer Kapazität von 22 Megawatt (MW). Das Emissionsvolumen dürfte zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen. Im Interview mit dem AKTIONÄR verraten Siegfried Hofreiter, Vorstandschef der KTG Agrar AG und Dr. Thomas Berger, CEO der KTG Energie AG einige Details zum Börsengang.
Herr Hofreiter, Sie wollen die Biogas-Aktivitäten der KTG Agrar AG an die Börse bringen, die Zeit für Börsengänge ist jedoch alles andere als optimal, weshalb die Eile?
Siegfried Hofreiter: Der Schritt erfolgt wohl überlegt. Wir
hatten schon ein gutes Dutzend Gespräche mit Ankerinvestoren. Die Resonanz war unisono positiv. Gerade jetzt sind Anleger auf der Suche nach konjunkturunabhängigen Geschäftsmodellen mit kontinuierlichen Cashflows. Dies bietet die KTG Energie: Auf der einen Seite garantiert das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) eine feste Einspeisevergütung für den produzierten Strom für 20 Jahre. Auf der anderen Seite profitiert die KTG Energie von dem integrierten Konzept eines der führenden Landwirtschaftsunternehmen in Europa, der KTG Agrar, die auch nach dem Börsengang Mehrheitsaktionär bleiben wird. Damit ist die Inputversorgung langfristig gesichert.
Mit welcher Bewertung rechnen Sie bzw. in welcher Größenordnung liegen die stillen Reserven, die KTG mit dem IPO heben könnte?
Siegfried Hofreiter: Seit 2006 haben wir über 100 Millionebn Euro Eigen- und Fremdkapital in die Errichtung von Biogasanlagen investiert und eine echte Perle geschaffen. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden wir häufig von institutionellen Investoren angesprochen, die nach Anlagemöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energieproduktion suchen, aber keine Affinität zur Landwirtschaft haben. Ihnen wollen wir die Direktinvestition in die Produktion grüner Energie ermöglichen und damit auch einen Teil der Anfangsinvestitionen einnehmen.
Herr Dr. Berger, wie hoch wird das Emissionsvolumen sein? In der Presse wird bislang von 30 bis 40 Millionen Euro gesprochen, wenn das stimmt, würde der Wert von KTG Energie den aktuellen Börsenwert der KTG Agrar doch übersteigen?
Dr. Thomas Berger: Zahlen darf ich aus rechtlichen Gründen nicht kommentieren. Mit dem Börsengang bieten wir Investoren die Chance, in ein etabliertes und transparentes Geschäftsmodell mit gut planbaren Erträgen im Bereich der erneuerbaren Energien zu investieren. Diese Sicherheit hat natürlich auch einen entsprechenden Wert.
Wie viel soll an frischem Kapital für die Expansion in die Tochter fließen bzw. wie viel Aktien gibt die KTG Agrar AG ab?
Dr. Thomas Berger: Details zur Emission werden wir in Kürze bekannt geben.
2011 hat der Biogasbereich von KTG rund 21 Millionen Euro Umsatz und vier Millionen Euro EBIT erzielt. Wie wird es 2012 aussehen, nachdem neue Anlagen erst Anfang 2012 ans Netz gegangen sind?
Dr. Thomas Berger: Derzeit laufen 22,4 Megawatt unter Volllast und zahlreiche weitere befinden sich in der Anlaufphase und im Bau. Daher wird es auch im laufenden Jahr ein deutliches Umsatz- und Ertragswachstum geben.
Wie sehen die Expansionspläne der KTG Energie aus, welche Kapazitäten werden in den nächsten Jahren angestrebt?
Dr. Thomas Berger: Unser Ziel ist es, im Jahr 2012 mindestens 50 Megawatt am Netz zu haben. Wichtig dabei ist, dass die große Investitionsphase bereits abgeschlossen ist. Mit der aktuellen Produktionskapazität werden wir weiter solide wachsen und gleichzeitig ab 2013 unseren Aktionären eine attraktive Dividende auszahlen können.
Herr Hofreiter, kommen wir zum Abschluss kurz zurück auf die KTG Agrar. 2011 haben Sie Frenzel Tiefkühlkost übernommen und bereits 12 Millionen Euro umgesetzt. Welchen Umsatzbeitrag darf man von Frenzel 2012 erwarten, wie sieht es mit der Profitabilität aus?
Siegfried Hofreiter: Wir haben die Integration von Frenzel inzwischen erfolgreich abgeschlossen und im laufenden Jahr sollte der Bereich Nahrung ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnen und bereits profitabel sein.
Welche Expansionsschritte stehen bei der KTG Agrar AG in der nächsten Zeit an?
Siegfried Hofreiter: Die KTG Agrar wird weiterhin von der steigenden Nachfrage nach Nahrungsmittel profitieren. Mit 35.000 Hektar Ackerland - davon 8.000 Hektar Eigentumsfläche - in Deutschland und Litauen gehören wir bereits zu den führenden Landwirtschaftsunternehmen in Europa. Durch die Übernahme von Frenzel haben wir die Wertschöpfungskette bis auf die Ladentheke verlängert und uns mit dem Direktverkauf an den Handel neue attraktive Märkte erschlossen. Auch mit dem Farmmanagement in Rumänien und Russland haben wir bereits wichtige Erfahrung für künftiges Wachstum gesammelt.

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