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Krones will 30 Millionen Euro Gewinn

Werner Sperber

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Krones hat im ersten Quartal 2010 den Turnaround nach vier defizitären Quartalen geschafft. Die Aktie verbilligt sich trotzdem, wobei hier das Motto wohl eindeutig "sell on good news" heißen dürfte. Die Aussichten für den Weltmarktführer bei Getränkeabfüllanlagen werden besser und so ist ein erhöhtes Kursziel angebracht.

"Mama Afrika" sowie der Nahe und der Ferne Osten haben im ersten Quartal 2010 für eine deutlich verbesserte Auftrags-, Erlös- und Ertragssituation von Krones gesorgt. Die Erfolge feierte der Konzern vor allem in der zweitgrößten Sparte "Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik" sowie in dem Teilsegment PET-Flaschen (Kunststofftechnik) in der größten Sparte "Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung". Nach der Komplettübernahme von KOSME wurde die Sparte "Maschinen und Anlagen für den unteren Leistungsbereich" noch von Restrukturierungskosten belastet. Der Vorstand des in Neutraubling ansässigen Weltmarktführers in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik wird aufgrund dieser Entwicklung mit seinen Prognosen für 2010 immer mutiger. Dabei ist sich das Management der globalen wirtschaftlichen Risiken bewusst: Währungs- und Inflationsrisiko, Risiken aus den Finanzmärkten und der Regulierung der Finanzmärkte, die Gefahr von nationalem Protektionismus, Risiken auf dem Beschaffungsmarkt, steigende Rohstoff- und Energiepreise, höhere Umweltanforderungen und schließlich die Risiken am Arbeitsmarkt. Zumindest letzterem hat Krones vorgebeugt: Trotz Kritik hat das Unternehmen auch im Rezessionsjahr 2009 an seiner hochqualifizierten Stammbelegschaft festgehalten.

Analystenschätzungen erreicht

Diese Mitarbeiter sorgten im Auftaktquartal 2010 für einen Umsatz von 533,5 Millionen Euro. Das sind 10,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Wert des Auftragseingangs stieg um 32,8 Prozent auf rund 550 Millionen Euro und der Auftragsbestand zum 31. März um 17,6 Prozent auf etwa 905 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von minus 5,9 Millionen auf plus 12,7 Millionen Euro und das Nettoergebnis von minus 5,1 Millionen auf plus 9,1 Millionen Euro beziehungsweise plus 0,30 Euro je Aktie. Mit diesen Zahlen erfüllte Krones die Schätzungen der Analysten, die Erlöse von 518 Millionen Euro und einen Nettogewinn von neun Millionen Euro erwartet hatten.

Prognosen erhöht

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus kommentierte: "Mit Ausnahme des Spitzenjahres 2008 ist dies der bisher höchste Umsatz in einem ersten Quartal. Der Auftragseingang verläuft bis dato plangemäß, und wir können weiterhin ein zunehmendes Produktinteresse und Orderverhalten verspüren." Thaus erhöhte bei der Bilanzpressekonferenz in München die Prognosen für 2010. Demnach dürften die Erlöse um zehn bis 15 Prozent zulegen: "Unter günstigen Bedingungen scheint uns ein Umsatzvolumen auf dem Niveau von 2007 wieder erreichbar." Damals erlöste Krones mehr als 2,15 Milliarden Euro. Zudem möchte Thaus den Verlust von 34,5 Millionen Euro aus dem Vorjahr im Jahr 2010 "egalisieren". Für das Jahr 2011 geht der Vorstand des bankschuldenfreien Unternehmens bei gleich bleibenden Rahmenbedingungen von einer weiteren positiven Entwicklung aus. Das vor der Krise angestrebte Mittelfristziel einer Umsatzrendite von sieben Prozent dürfte erst im Jahr 2012 erreicht werden.

Preise und Effizienz verbessern sich

Die Wettbewerbs- und Preissituation bleibe nach Aussagen von Thaus zwar angespannt und unbefriedigend, doch die aktuellen Neuaufträge zeigten eine etwas bessere Preisqualität. Das Ende des Jahres 2008 erfolgreich gestartete Spar- und Effizienzprogramm "Conversion" soll unter dem Namen "Conversion 2010" zur "strategischen Restrukturierung" genutzt werden, mit der die unberechenbare, schwankende wirtschaftliche Großwetterlage ausgeglichen werden soll. Thaus erklärte: "Wir müssen Fixkosten senken, immer bessere Maschinen und Anlagen immer effizienter entwickeln und herstellen." Unter anderem will Krones einen Modulbaukasten einführen, so dass zwar weiter individuelle Maschinen gebaut werden können, die aber mit einem größeren Anteil an gleichen Teilen versehen sind. Zudem will Krones stärker entlang der Wertschöpfungskette der Kunden wachsen und in vor- und nachgelagerte Bereiche vorstoßen.

Kursziel erhöht

Die Analysten sind im Schnitt sogar noch optimistischer als der Finanzvorstand. Sie schätzen den Gewinn je Anteilschein für 2010 auf 1,50 Euro und für 2011 auf 2,72 Euro. Das würde KGVs von 29 respektive 16 entsprechen. Allerdings war die Aktie des Qualitätsunternehmens Krones schon immer hoch bewertet. Fundamental sind also höhere Kurse möglich. Charttechnisch könnte in den nächsten Wochen die Unterstützung bei 40 Euro noch einmal getestet werden. Dann würde sich der Einstieg mit einem Kursziel von 55 Euro lohnen. Der Stoppkurs sollte bei 35,50 Euro gesetzt werden.

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