Christoph Albers
Nach vier Verlustquartalen in Folge hat der weltgrößte Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen Krones auch im zweiten Quartal erneut schwarze Zahlen geschrieben. Das Management hob aufgrund der starken Auftragslage und der unerwartet starken Entwicklung seine Jahresprognosen an.
Im vergangenen Jahr war der Weltmarkt für Verpackungsmaschinen um rund 25 Prozent zurück gegangen. Der Konzernumsatz brach darauf um mehr als 500 Millionen Euro ein und bescherte den Oberpfälzern den ersten Verlust der Unternehmensgeschichte von 81,6 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn ist dem Konzern aber wieder die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Im noch stärkeren zweiten Quartal erwirtschaftete Krones ein Nettoergebnis von 13 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor stand noch ein Verlust von 10,9 Millionen Euro zu Buche. Mit diesem Ergebnis lag das Unternehmen über den Schätzungen der Analysten die im Durchschnitt einen Überschuss von 11,1 Millionen Euro erwartet hatten.
Positive Halbjahresentwicklung
Insgesamt erhöhte sich der Auftragseingang in der ersten Jahreshälfte 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf rund 1,11 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz stieg um 20 Prozent auf rund 1,08 Milliarden Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete Krones einen Gewinn von 22,1 Millionen Euro. Der Vorstand begründet die gute Entwicklung mit der wieder anziehenden Investitionsbereitschaft im Zusammenhang mit der weltweiten Konjunkturerholung. Aus Unternehmenssicht sei der Turnaround nun geschafft.
Umsatz- und Ergebnisplus in Aussicht gestellt
Aufgrund der vollen Auftragsbücher und des unerwartet starken Wachstums bei Umsatz- und Gewinn wurde die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Der Vorstand rechnet bei unveränderten globalen Bedingungen mit einer Steigerung des Umsatzes zwischen 10 und 15 Prozent. Zum Jahresende wird zudem ein "nennenswertes Ergebnis" im zweistelligen Millionenbereich erwartet.
Die Aktie reagiert positiv
Die Deutsche Bank stufte die Aktie auf "Hold" und erhöhte das Kursziel des MDAX-Titels von 44 auf 46 Euro. Das Papier stieg bereits aufgrund der positiven Markerwartungen deutlich an. Auch die Nord/LB hat das Kursziel für Krones vor Bekanntgabe der Quartsalswerte von 46,00 auf 49,00 Euro erhöht und belässt die Einstufung der Aktie weiterhin auf "Kaufen". Analyst Thomas Wybierek verwies in seiner Studie auf den sich lösenden Investitionsstau bei den Kunden und die positiven Wechselkurseffekte 2010.

Weiter halten!
DER AKTIONÄR hält die 46,00 Euro Kursziel der deutschen Bank für möglich. Investierte Anleger sollten dabei bleiben und ihren Stopp knapp unter der 40 Euro-Marke platzieren. Aufgrund des bereits hohen KGV von 16 für das Jahr 2011 ist das Kurspotential jedoch begrenzt.