Martin Weiß
Der Minicomputer-Hersteller verzeichnete im zweiten Quartal eine Geschäftsbelebung und legte im Kerngeschäft zweistellig zu. Wertberichtigungen in Millionenhöhe führten dennoch zu einem tiefroten Ergebnis.
Der Aufschwung im Maschinenbau macht sich nun auch beim Echinger Computerhersteller bemerkbar. Wie das im TecDAX gelistete Unternehmen am Morgen mitteilte, kletterte der Umsatz im margenstarken ECT-Kerngeschäft um rund zehn Prozent. Die Bruttomarge stieg gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozentpunkte auf 32,0 Prozent.
Risikovorsorge verhagelt Ergebnis
Kontron hatte im Zusammenhang mit säumigen Kunden Anfang Juli die Bildung eine Risikovorsorge in Höhe von 34 Millionen Euro angekündigt und den gesamten Betrag im zweiten Quartal abgeschrieben. Dadurch rutschte das operative Ergebnis tief ins Minus. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) erreichte mit acht Millionen Euro hingegen den Wert des Vorjahres.

Aufgrund des soliden Auftragseingangs und der zunehmend robusten weltweiten Konjunktur geht der Kontron-Vorstand für das zweite Halbjahr 2010 von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus.
Aktie startet behauptet
Der Millionenverlust war bereits erwartet worden und stellt für die Anleger insofern keine Überraschung dar. Im frühen Handel tendiert die Kontron-Aktie vielmehr behauptet bei 6,20 Euro, nachdem sie nach bekannt werden des Betrugsskandals um rund 20 Prozent im Wert abgestürzt war und bei 5,90 Euro ein Tief markiert hatte.
Das Ergebnis der Echinger ist gewohnt solide und zeigt erste Anzeichen für eine Trendwende. DER AKTIONÄR empfiehlt daher den Einstieg bei Kontron mit einem Kursziel (bis Jahresende) von 7,75 Euro. Positionen sollten mit einem Stop-Loss bei 5,85 Euro abgesichert werden.