Florian Söllner
Es gibt ein Fünkchen Hoffnung für den Solarmarkt, welches schnell zu einer Explosion der Nachfrage führen könnte. Zumindest kurzfristig spricht auch die Charttechnik für die ausgebombten Papiere von Trina und Yingli.
Wenn Du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Derzeit sehen die Analysten angesichts massiver Überkapazitäten noch tiefschwarz für den Solarsektor. Doch es gibt zumindest ein Szenario, welches die Aussichten der Branche wie ein Flutlicht aufhellen könnte.

"Es gibt eine große Chance für 2012", so Solaranalyst Gerard Reid (Bild) gegenüber DER AKTIONÄR: "Dass China massiv loslegt und ein attraktives Förderprogramm auflegt." Er verwies auf den chinesischen Windmarkt, der dank staatlicher Unterstützung von einem GW auf einen jährlichen Zubau von rund 18 GW katapultiert wurde. "Diese Chance ist da. Denn es gibt eine Million Arbeiter in der chinesischen Solarbranche - die Regierung muss nun etwas tun", so Reid.
Auch die Experten der Bank Sarasin hatten zuletzt in ihrer Studie die Möglichkeit einer Marktbelebung thematisiert: "Sollte die PV-Nachfrage in anderen Regionen der Welt stagnieren oder zurückgehen, wurde die chinesische Regierung den einheimischen Absatz verstärkt stimulieren.„ Für 2012 erwartet Sarasin immerhin rund 2,5 GW an Neuinstallationen nach 0,5 GW im Jahr 2010. Eine im Falle einer großen Förderung sehr konservative Schätzung.

Kurzfristiger Zock
Besonders profitieren von einer überraschenden Förderung des China-Absatzmarktes würden Trina Solar und Yingli Green. Beide integrierte Solarmodulhersteller hatten in der jüngsten "Fitnessbewertung" von Sarasin aufgrund guter Bilanzdaten und einer stimmigen Positionierung gut abgeschnitten. Zwar schreiben auch diese beiden Firmen angesichts der weltweiten Überkapazitäten von rund 20 GW derzeit Verluste. Doch ist auf dem aktuellen Kursniveau bereits viel Negatives eingepreist.
Rein charttechnisch sieht es gut aus. Bei beiden Papieren wurde mittlerweile ein doppelter Boden ausgebildet. Ebenfalls positiv: Große weiße Kerzen, die unter relativ hohem Handelsvolumen ausgebildet wurden, sprechen für abflauenden Verkaufsdruck. Zumindest die kurzfristigen Durchschnittslinien (7-, 38-Tage) wurden beziehungsweise werden gerade zurückerobert. Fast parallel zu Trina (Bild) entwickelte sich zuletzt auch Yingli.
Fazit: Jedem Anleger sollte klar sein, dass die Risiken bei Solaraktien groß sind. Aber bei diesen beiden Aktien überwiegen für Trader, die diszipliniert knapp unter dem doppelten Boden einen Stopp setzen, aktuell die Chancen. Denn ein explosionsartiges Erwachen des chinesischen Solarmarktes auf Windniveau wäre zwar wie ein kleines Wunder - ist aber durchaus im Bereich des Möglichen.