Klöckner & Co "übergewichten"

Die Anleger sind mit den Zahlen von Klöckner & Co und der Prognose des Vorstandsvorsitzenden Gisbert Rühl eindeutig unzufrieden. Das legt der deutliche Kursrückgang nahe. Die Meinung der Analysten ist dagegen nicht so klar in eine Richtung gehend.
Es gibt derzeit zuviel Stahl auf dem Markt und deswegen kann Klöckner & Co nicht so viel mit diesem Grundstoff handeln. Die Schuldenkrise bremst die Konjunktur vor allem in Europa und hier hauptsächlich in Spanien. Das alles spiegelt sich in den Zahlen des Konzerns aus Duisburg und dem Ausblick des Vorstandsvorsitzenden Gisbert Rühl wider. Die Enttäuschung der Anleger lässt sich am Kursverlauf ablesen. Die Notierung befindet sich nur knapp oberhalb der horizontalen Unterstützung bei 8,20 Euro. Analysten sind sich in der Beurteilung der Aussichten nicht so einig. Sven Diermeier, Analyst von Independent Research, kommt auf ein ähnliches Ergebnis wie Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank.
Überraschend wenig Überraschte
Diermeier führt aus, dass Klöckner & Co zwar mit sich selber zufrieden sein kann, da die eigenen Ziele erreicht worden sind. Die Analysten hätten aber mehr erwartet, was die Ergebnisse und die weiteren Ziele anbelangt. Deshalb schätzt der Analyst die Ergebnisse für dieses und nächstes Jahr nun auch geringer. Nach den Rücksetzern hätte der Kurs aber Erholungspotenzial. Deshalb rät er weiter zum "Halten" der Papiere, senkt aber sein Kursziel von 11,50 auf 9,10 Euro.
Matthias Pfeifenberger, Analyst der Deutschen Bank, sagt, er sei weder von den Zahlen noch von der Prognose von Klöckner & Co überrascht worden. Trotzdem schätzt er die Ergebnisse des Konzerns bis übernächstes Jahr geringer als bisher ein. Pfeifenberger sehe derzeit nichts, was den Kurs nach oben treiben könnte. Deshalb empfiehlt er weiterhin die Aktie zu halten und reduzierte sein Kursziel von 13 auf elf Euro.
Vincent Lepine, Analyst der Barclays Bank, erklärt, er sei ebenfalls nicht überrascht und überhaupt dürfte auch das gesamte Jahr 2012 schwach für Klöckner & Co verlaufen. Die Ergebnisse des zweiten Halbjahrs sollte diesmal allerdings besser ausfallen als im ersten. Zudem sollte sich weder das konjunkturelle Umfeld weiter eintrüben, noch gebe es viel weiteres Abwärtspotenzial für den Aktienkurs. Somit bleibt er bei seinem Rat: "Overweight" und seinem Kursziel von 14 Euro.

Bilanzstark
Die Analysten insgesamt schätzen die Gewinne von Klöckner & Co für die Jahre 2012 bis 2014 auf 0,43 Euro, auf 1,12 Euro und auf 1,28 Euro je Aktie. Das entspräche Kurs-Gewinn-Vielfachen von 19, von 7 und von 6. Zudem liegt der Buchwert bei 18,30 Euro je Aktie, das KBV also nur bei 0,45. Diese Bewertungen rechtfertigen steigende Notierungen - allerdings erst, wenn sich ein charttechnischer Boden gebildet hat. Insofern sollten Anleger derzeit (noch) nicht einsteigen.
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