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Klöckner & Co: Sell on good news?

Markus Bußler

Überzeugend. Stark. Über den Erwartungen. Anders kann man die Zahlen des Stahlhändlers Klöckner & Co nicht bewerten. Dennoch spiegelt sich das heute im Kursverlauf nicht wieder. Die Aktie verliert deutlich. Rechnen die Anleger also mit einem schwächeren Geschäftsverlauf in den kommenden Monaten?

Der Umsatz bei dem MDAX-Konzern kletterte im ersten Halbjahr von 2,05 auf 2,46 Milliarden Euro. Nach einem EBITDA-Verlust im Vorjahreszeitraum kehrte Klöckner & Co eindrucksvoll in die Gewinnzone zurück und verbuchte ein EBITDA von 129 Millionen Euro. Auch unter dem Strich gelang der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen. Für das erste Halbjahr wies das Unternehmen einen Gewinn von 47 Millionen Euro aus - im vergangenen Jahr stand hier noch ein Verlust von 174 Millionen Euro zu Buche.

Maschinenbau überrascht positiv

"Während die Entwicklung in der Baubranche noch sehr verhalten verlief, hat die Automobilindustrie und zunehmend der Maschinen- und Anlagenbau positiv überrascht", sagte Vorstandsvorsitzender Gisbert Rühl. Klöckner & Co profitierte dabei auch von der Übernahme von Becker Stahl-Service. Das Unternehmen wird seit März in der Konzernbilanz konsolidiert. Gleichzeitig kündigte Rühl an, auch in Zukunft weiter auf Einkaufstour gehen zu wollen. Dem Konzern stehen dafür nach eigenen Angaben 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Angesichts der guten Zahlen hat Klöckner & Co auch die Prognose für das laufende Jahr angehoben. Ging der Vorstand bislang davon aus, eine EBITDA-Marge von drei Prozent und ein leicht positives Konzernergebnis erreichen zu wollen, soll die Marge jetzt bei über vier Prozent liegen. Das EBITDA soll mindestens 200 Millionen Euro erreichen. Das Nettoergebnis dürfte ebenfalls deutlich positiv ausfallen.

Warum also fällt der Kurs dennoch? Zum einen dürfte sicherlich das schwache Marktumfeld heute seinen Teil zu dem Kursrutsch beitragen, zum anderen handelt es sich auch um einen klassischen Fall von „sell on good news". Anleger hatten offensichtlich im Vorfeld der Zahlen mit einem guten Ausblick gerechnet und verkaufen jetzt ihre Anteile. Noch nicht investierte Anleger sollten dies jedoch als Einstiegschance sehen. Die Aussichte für die komplette Stahlbranche verbessern sich zusehends. Die Aktie von Klöckner & Co bleibt ein Kauf.

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