Klöckner & Co: Negative Kommentare! Na und?
Zugegeben, es fällt schon etwas schwer, sich gegen die negative Stimmung fast aller Analysten zu der Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co in einem noch dazu schwachen Marktumfeld zu stemmen. Auch heute hagelte es wieder Abstufungen. Doch der Kursverlauf scheint uns Recht zu geben. Das Papier stemmt sich gegen die negative Stimmung.
Heute war es zunächst die Citigroup, die die Aktie von Klöckner & Co von „Hold" auf „Sell" abgestuft hat und ein Kursziel von 9,50 Euro für das Papier ausgerufen hat. Die Aktie schien diesem Ruf vorbörslich auch zu folgen und knickte brav ein. Doch im Tagesverlauf schob sich die Aktie langsam wieder nach oben. Und das obwohl auch Morgan Stanley die Einstufung mit „Underweight" für die Aktie bekräftigt hat. Das Kursziel allerdings von 7,70 Euro auf 9,50 Euro angehoben hat. Auch die Commerzbank bekräftigte noch einmal ihr „Reduce"-Rating.
Buchgewinne realisieren?
Was also sollen Anleger tun? Die meisten dürften mittlerweile auf Gewinnen sitzen und überlegen sicher, ob sie diese mitnehmen sollen. DER AKTIONÄR rät - entgegen aller Analysten - die Position mit einem Stopp abzusichern und nicht aktiv zu verkaufen. Sicherlich verlocken die Buchgewinne dazu, Kasse zu machen. Doch hier könnte durchaus noch Potenzial vorhanden sein. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Meinung, dass Knauf hinter den Kulissen weiter Aktien zukauft und eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie anstrebt. Bislang gehen auch alle Medienberichte und Analysten davon aus, dass Knauf kein Übernahmeangebot abgeben will.

Doch die Frage sie gestattet: Wieso eigentlich nicht? Schließlich berechnet sich ein solches Pflichtangebot bei einem Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle nach dem Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Und der liegt deutlich unter dem aktuellen Kurs. Damit müsste Knauf nicht damit rechnen, dass ihm allzu viele Aktien angedient werden. Anschließend könnte er - so er denn eine Übernahme anstrebt - nach eigenem Ermessen über die Börse zukaufen. Jüngstes Beispiel für eine solche Taktik ist die Übernahme des Baukonzerns Hochtief durch die spanische Baugesellschaft ACS. Natürlich ist zum jetzigen Zeitpunkt vieles noch Spekulation. DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern jedoch, an Bord zu bleiben und ihre Gewinne mit einem Stopp nach eigener Risikoneigung zwischen 9,30 und 9,80 Euro abzusichern.
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