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Klöckner & Co: Der Chef kauft

Markus Bußler

Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co steht seit Wochen unter Beschuss. Zuletzt ist das Papier unter die nicht nur psychologisch wichtige Marke von 8,00 Euro gerutscht. Die Anleger werfen ihre Papiere auf den Markt. Doch einer sammelt auf: Konzernschef Gisbert Rühl.

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Zugegeben: Der Konzernlenker macht damit etwas, was man an der Börse nicht machen sollte: Er greift in ein fallendes Messer. Als solches muss man den Kurs bei dem im MDAX notierten Unternehmen wohl bezeichnen. Zuletzt hat Rühl 5.000 Aktien gekauft. Zugegen: Angesichts eines Kurses von 7,70 Euro je Aktie ist das nicht viel. Doch schon zuvor war Rühl aktiv gewesen und hat Aktien eingesammelt.

Sollten Anleger dem Beispiel folgen? Auf dem ersten Blick ist man geneigt zu sagen: Nein. Immerhin ist die Aktie charttechnisch angeschlagen und scheint nur noch zu fallen. Außerdem läuft es auch operativ alles andere als rund. Der schwache spanische Markt setzt dem Unternehmen zu. Insgesamt präsentiert sich die Stahlnachfrage in Europa schwach und als Händler leidet Klöckner & Co unter den schwachen Stahlpreisen. Andererseits könnte die jüngste Akquisition von Macsteel in den USA Mut machen. Klöckner & Co hatte angekündigt, bereits in der zweiten Jahreshälfte auf den aggressiven Wachstumskurs zurückkehren zu wollen. Das heißt, weitere Übernahmen dürften wohl demnächst anstehen. Und wer weiß: Vielleicht wird Klöckner & Co angesichts des stark gesunkenen Aktienkurses selbst zum Übernahmeziel. Günstig ist das Papier inzwischen allemal. Der Firmenchef kennt sein Unternehmen wie kaum ein zweiter. Mit seinen Käufen dürfte er langfristig richtig liegen. Anleger, die einen Anlagehorizont von ein bis zwei Jahren mitbringen, können auf dem aktuellen Niveau nicht viel falsch machen. Sie sollten es dem Firmenchef aber gleichtun und gestaffelt bei Klöckner & Co einsteigen. Die kommenden Wochen könnten durchaus noch volatil bleiben.

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