Michael Herrmann
Nach dem gestrigen Kurssprung der Aktie von K+S haben mehrere Analysten ihre Einschätzung der Aktie erneuert. DER AKTIONÄR stellt drei Expertenmeinungen näher vor und bezieht erneut selber Stellung.
Mit einem Plus von 5,7 Prozent auf 43,90 Euro waren die Aktien von K+S gestern der große Tagesgewinner im DAX. Dafür verantwortlich war die Nachricht, dass BHP Billiton dem kanadischen Düngemittelproduzenten Potash ein Übernahmeangebot unterbreitet hatte. Da die Kanadier jedoch ablehnten, rückte K+S als möglicher weiterer Übernahmekandidat ins Rampenlicht. Auch heute zählt die Aktie zu den größten Gewinnern im DAX. Ist der zwischenzeitliche Dornröschenschlaf der Aktie damit nun endgültig vorbei? Diese Frage beschäftigt aktuell die Analysten, von denen gleich einige heute ihre Studien aktualisiert haben.
Die Skeptiker: Deutsche Bank
Martin Dunwoodie, Analyst der Deutschen Bank, hat K+S nach dem Übernahmeangebot von BHP Billiton für Potash auf "Sell" belassen. Zwar dürften seiner Ansicht nach die Spekulationen über weitere Übernahmen im Kalidünger-Sektor zunehmen, doch K+S sei kein attraktives Übernahmeziel. Das Unternehmen produzierte zu relativ hohen Kosten und das organische Wachstumspotenzial sei begrenzt. Die Fokussierung auf den weniger wachstumsstarken europäischen Markt, mache K+S zusätzlich unattraktiv. Aus den genannten Gründen hält Dunwoodie auch an dem vergleichsweise niedrigen Kursziel von 33 Euro fest.
Die Unentschlossenen: Commerzbank
Commerzbank-Analyst Stephan Kippe hebt dagegen das Kursziel von 38 auf 44 Euro an. Die Einstufung belässt er auf "Hold". Er begründet die Anpassung damit, dass die von der geplanten Akquisition ausgehende Wirkung auf die Marktstimmung das Kursrisiko begrenze. Kippe merkt zudem an, dass das neue Kursziel auf einem 20-prozentigen Bewertungsabschlag im Vergleich zu den Potash-Papieren basiere. Dieser basiert auf höheren Produktionskosten, dem begrenzten Zugang zu asiatischen Märkten sowie dem geringeren Expansionspotenzial.
Die Optimisten: Kepler Equities
Das Analysehaus Kepler Equities hat die Einstufung für K+S nach dem Übernahmeangebot von BHP Billiton für Potash auf "Buy" belassen. Auch am vergleichsweise optimistischen Kursziel von 52 Euro hält ihr Analyst Lutz Grüten fest. Seiner Ansicht nach dürften durch das gescheiterte Angebot an Potash die Übernahmefantasien im Zusammenhang mit K+S wieder aufblühen. Auch er betrachte die Kasseler aber nicht als das nächste Übernahmeziel, da potenzielle Käufer zunächst die verbliebenen kanadischen Anbieter anvisieren dürften. Wenn sich die Lage wieder beruhige, könnte es daher auch zu Gewinnmitnahmen bei K+S kommen. men.
Rückkehr in den Aufwärtstrend gut möglich
Die Einschätzungen der Analysten decken eine äußerst große Bandbreite ab. Die Kursziele reichen allein bei den drei vorgestellten Analysteneinschätzungen von 33 bis 52 Euro. Dementsprechend reichen auch die Empfehlungen von "Kaufen" bis "Verkaufen". DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung, dass die Übernahmefantasien auch in den nächsten Wochen weiter für mächtige Bewegung in der Branche sorgen dürften. Schafft es die Aktie sich dabei wieder nachhaltig über der Marke von 44 Euro zu stabilisieren, ist die in den langfristigen Aufwärtstrend gut möglich.
Thorsten Strauß, Analyst der Nord/LB, hat sich heute in einem Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen ebenfalls zur Aktie von K+S geäußert. Er ist nach wie vor vom Potenzial der K+S-Aktie überzeugt. Allerdings habe es beim Gewinnausblick von K+S zuletzt Anpassungen gegeben. Er empfiehlt die Aktie zu kaufen und sieht das Kursziel bei 48 Euro.