Michael Herrmann
Lange nach seinen großen Konkurrenten Yara International und Potash Corp. of Saskatchewan hat heute auch K+S die Halbjahresbilanz veröffentlicht und dabei die Jahresprognose angehoben. Trotz eines deutlichen Anstiegs bei Umsatz und Gewinn reagieren die Märkte zunächst skeptisch.
Vor wenigen Tagen hatte DER AKTIONÄR bereits auf die bevorstehende Veröffentlichung der Halbjahresbilanz des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S hingewiesen. Ähnlich wie seine Konkurrenten hat auch K+S im zweiten Quartal von der anziehenden Düngernachfrage profitiert und sowohl Umsatz- als auch Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gesteigert. Doch reicht das um den Höhenflug fortzusetzen?
In allen Belangen deutlich zugelegt
Der Umsatz legte dank der weiteren Belebung beim Düngergeschäft und des durch einen Zukauf gestärkten Salzgeschäfts im Vorjahresvergleich um 43 Prozent auf 1,059 Milliarden Euro zu. Auch das operative Ergebnis steigerte der Konzern deutlich von 18,1 auf 155,5 Millionen Euro. K+S lag damit über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 125 Millionen Euro. Von April bis Juni kletterte das Konzernergebnis nach einem Minus von 44 Millionen Euro auf 97,5 Millionen Euro. Pro Aktie ergibt sich damit ein Überschuss von 0,51 Euro.
Prognose erneut angehoben
Wegen der im Vergleich zum Krisenjahr 2009 deutlich stärkeren Nachfrage erhöhten die Kasseler ihre Kaliabsatz-Prognose 2010 erneut um 0,5 auf sieben Millionen Tonnen. Für 2010 rechnet Konzernchef Norbert Steiner mit weiter steigenden Umsätzen und Ergebnissen. Der Jahresumsatz soll auf 4,6 bis fünf Milliarden Euro klettern. 2009 hatten die Kasseler lediglich 3,6 Milliarden Euro umgesetzt. Für das operative erwarten die Kasseler einen Anstieg von 238 auf 550 bis 600 Millionen Euro.
Skeptische Marktreaktionen
Die Zahlen von K+S sind zwar insgesamt besser als erwartet ausgefallen. Ein Branchenkenner bemängelte allerdings die unter den Erwartungen liegende EBIT-Prognose für 2010. Aufgrund der guten Ergebnisse im ersten Halbjahr habe man mit einer stärkeren Anhebung rechnen können. Die Anleger reagieren skeptisch. Nachdem die Aktie bereits in den vergangenen Tagen unter Druck stand, stehen die Papiere auch nach Bekanntgabe der Zahlen unter Druck.
Langfristig weiter ein Kauf
Vor wenigen Tagen hat DER AKTIONÄR die Aktie von K+S einem ausführlichen Chart-Check unterzogen. Sowohl fundamental als auch charttechnisch konnte die Aktie dabei überzeugen. Die starke Halbjahresbilanz bestätigt diese positive Einschätzung. Da die Prognose etwas enttäuschend ausfiel, blieb der erhoffte Schwung dennoch aus. Der Höhenflug der vergangenen Wochen ist damit vorerst gestoppt. Aufgrund der guten fundamentalen Voraussetzungen bleibt die Aktie für langfristig orientierte Anleger aber weiterhin kaufenswert. Konservative Anleger sollten vor einem Einstieg allerdings noch die Marktreaktionen der nächsten Tage und Wochen abwarten und versuchen, unter 40 Euro mit einem Abstauberlimit zum Zug zu kommen.