Leon Müller

Nachdem der Kasseler Düngemittel- und Salzproduzent K+S am Donnerstag seine Zahlen für 2009 veröffentlicht hatte, geriet die Aktie Freitag ins Kreuzfeuer der Analysten. Von einem einheitlichen Stimmungsbild kann trotz positiven Ausblicks von Konzernchef Norbert Steiner keine Rede sein. DER AKTIONÄR fasst die einzelnen Wortmeldungen zusammen.
Mit seinen am Donnerstag veröffentlichten Zahlen zum Geschäftsjahr 2009 hat der Kasseler Düngemittel- und Salzhersteller K+S die Konsenserwartungen der Analysten nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Besonders deutlich viel die Überraschung beim Gewinn aus: Statt erwarteter 52 Cent erwirtschaftete der DAX-Konzern 56 Cent je Aktie. Am Freitag geriet die Aktie dann ins Kreuzfeuer der Analysten. Von einem einheitlichen Stimmungsbild kann trotz Gewinnüberraschung und positivem Ausblick von Konzernchef Norbert Steiner allerdings keine Rede sein. Die einzelnen Wortmeldungen im Detail...
"Um fünf bis zehn Prozent zu hoch bewertet"
In den Augen von Deutsche-Bank-Analystin Virginie Boucher-Ferte ist die Aktie des Kasseler Unternehmens um "um fünf bis zehn Prozent zu hoch bewertet" zu hoch bewertet. Die Zahlen zum vierten Quartal hätten nicht überzeugt, heißt es in der Studie. Boucher-Ferte stellt fest, dass ihre Gewinnschätzung für 2010, die sie um zehn Prozent gesenkt habe, immer noch optimistisch aussähe im Vergleich zum Unternehmensausblick. Ihr Anlageurteil fällt entsprechend vernichtend aus: "Sell" mit Kursziel 37,00 Euro.
Unternehmensprognosen zu niedrig
Ganz anders sieht das Analyst Martin Rödiger von Cheuvreux. Er ist auch nach Bekanntgabe der 2009er-Zahlen unverändert bullish für die K+S-Aktie. Die Gewinnschätzungen für 2010 bis 2012 hat er aufgrund der verbesserten Perspektiven in der Salzsparte um zwei Prozent nach oben revidiert. Zuversichtlich stimme auch, dass die Unternehmensprognosen für das Kalidüngersegment auf veralteten Preisen basieren würden und daher zu niedrig seien. Rödiger hat seine Einschätzung mit "Outperform" bestätigt. Gleichzeitig erhöhte er das Kursziel von 56,00 auf 57,00 Euro.
Preisentwicklung dürfte positiv überraschen
Andrew Scott von Merrill Lynch hält eine positive Überraschung hinsichtlich der Preisentwicklung für möglich. Zudem rechnet er mit einer starken Entwicklung in den wichtigsten Absatzmärkten, weswegen sich die Absatzprognose des Unternehmens von sechs Millionen Tonnen im Jahr 2010 als zu niedrig erweisen könnte. Scott ist bullish, rechnet für das laufende sowie für das kommende Geschäftsjahr mit einem Gewinn je Aktie, der rund 50 beziehungsweise 30 Prozent über den Markterwartungen liegen dürfte. Sein Urteil überrascht angesichts dieser Werte kaum. Es lautet: "Buy" mit Kursziel 55,00 Eruo.
Insgesamt ausgeglichenes Stimmungsbild
Unterm Strich ist das Stimmungsbild unter den Analysten ausgeglichen. Neun Experten stufen die Aktie mit "Buy" ein, zehn empfehlen den Titel zu "Halten", zehn weitere führen die K+S-Aktie auf ihrer "Sell"-Liste. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 45,12 Euro und damit unterhalb der aktuellen Notierung. DER AKTIONÄR hält seine positive Einschätzung aufrecht. Das erste Kursziel beträgt unverändert 50,00 Euro.
Wer auf der Suche nach einem echten Schnäppchen ist, sollte allerdings bevorzugt beim im Rahmen des Spezialreports "Kaufalarm: Die 4 besten China-Hot-Stocks!" vorgestellten K+S-Konkurrenten aus China zugreifen. Die Aktie notiert mit einem Discount von etwa 50 Prozent zur Peer Group. Erst vor wenigen Tagen hat ein Analyst diesen Hot-Stock von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft. Er ist damit allerdings nur einer von zwölf Experten, die den Titel zum Kauf empfehlen. Alle Informationen zu diesem Hot-Stock erfahren Sie im Spezialreport "Kaufalarm: Die 4 besten China-Hot-Stocks!", den Sie hier abrufen können.