JPMorgan glänzt nur auf den ersten Blick
Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im dritten Quartal mehr verdient als von Analysten prognostiziert wurde. Auch die Erträge lagen über den Markterwartungen. Allerdings weist das Ergebnis der New Yorker einen nicht gerade kleinen Schönheitsfehler auf.
JPMorgan Chase hat im dritten Quartal 2011 einen Nettogewinn von 4,26 Milliarden Dollar erzielt. Im Vorjahreszeitraum hatte der New Yorker Bankenriese noch 5,43 Milliarden Dollar verdient. Das Ergebnis pro Aktie sank von 1,27 auf 1,02 Dollar, womit das Institut die Markterwartungen von durchschnittlich 0,92 Dollar übertraf. Auch bei den Erträgen konnte JPMorgan überzeugen: Während Analysten einen Rückgang auf 23,3 Milliarden Dollar prognostiziert hatten, konnte der Konzern die Einnahmen konstant bei 23,8 Milliarden Dollar halten. Allerdings gibt es beim JPMorgan-Ergebnis auch einen nicht zu geringen Makel.
Zugewinn dank eigener Schwäche
Einen gehörigen Anteil am guten Ergebnis der Großbank hat nämlich ein buchhalterischer Trick: Da die Anleihenkurse des Unternehmens im Zuge der anhaltenden Unsicherheit an den Märkten gesunken sind, hat JPMorgan seine eigenen Verbindlichkeiten zum aktuellen Marktwert bilanziert. Da dieser derzeit unter den tatsächlich aufgenommenen Schulden liegt, ergibt sich ein Gewinn, ohne den das Konzernergebnis nicht die Erwartungen übertroffen hätte.

Keine Eile
JPMorgan ist besser aufgestellt als viele andere US-Großbanken und die Aktie ist mit einem KGV von 7 sowie einer Bewertung weit unter dem Buchwert günstig. Allerdings trüben sich die Aussichten für die US-Wirtschaft stetig ein. Darunter dürfte JPMorgan als zweitgrößtes Geldhaus des Landes (nach der Bank of America) leiden. Daher sollten aktuell nur Mutige einsteigen (Stopp: 19,50 Euro). Konservativere Anleger warten vorerst ab.
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