Jochen Kauper
Die Infineon-Aktie bereitet den Anlegern am Dienstag Kopfschmerzen. Der Tech-Konzern musste im ersten Quartal einen Rückgang von Umsatz und Gewinn verkraften. Für die nächsten Quartale gibt sich Konzernchef Peter Bauer pessimistisch. Wie geht es mit der Aktie weiter?

Eigentlich sollte Infineon-Vorstand Peter Bauer stolz sein. Zwar nicht unbedingt auf die Wertentwicklung der Aktie seines Unternehmens im Jahr 2011, allerdings auf die Resonanz der Anleger. Die Infineon-Aktie ist der Dauerbrenner in den Hitlisten der Onlinebroker. Wen wundert's? Welches Unternehmen aus der deutschen Börsen-Bundesliga kann schon von sich behaupten, knapp der Pleite entkommen zu sein, um dann eine Performance von rund 1.000 Prozent aufs Parkett zu legen.
Bauer kann Erwatungen nicht erfüllen
Trotzdem blickt Vorstand Peter Bauer nicht ganz zufrieden auf die Entwicklung der letzten Monate. Infineon hat im ersten Quartal angesichts einer schwächeren Nachfrage vor allem im Industriegeschäft weniger umgesetzt und weniger verdient. Der Umsatz sank im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2011/12 (30.9.) von 1,04 Milliarden Euro im Vorquartal auf 946 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 96 Millionen Euro hängen, nach 125 Millionen Euro im Schlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres.
Pessimismus in der Chefetage
Und der Ausblick strotzt nicht vor Selbstvertrauen. Für das laufende zweite Quartal erwartet der Konzernchef ebenfalls einen leicht rückläufigen Umsatz, die Marge soll um einen Prozentpunkt zurückgehen. Die Führungsmannschaft von Infineon hatte bereits nach dem letzten Rekordjahr die Erwartungen gedämpft. Im Hinblickt auf die trüben Konjunkturaussichten und der Eurokrise stapelte man tief. Auch jetzt wagt sich Bauer noch nicht aus seiner Deckung und gibt keine konkrete Prognose für die kommenden drei Quartale ab.
Rücksetzer zum Einstieg nutzen
Aus charttechnischer Sicht konnte die Infineon-Aktie in den letzten Wochen deutlich an Boden gut machen. Aus fundamentaler Sicht bleibt die mit einem 2012er-KGV von 19 ambitioniert bewertet. In den USA gehen die Tech-Aktien derzeit durch die Decke. Von daher können Anleger die heutige Anfangsschwäche von Infineon durchaus zu einem Aufbau einer kleinen Position nutzen.