Michael Schröder
DER AKTIONÄR hat erst vor zwei Tagen erklärt, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis bei Infineon die nächsten Spekulationen rund um den Verkauf seiner Handysparte für Impulse sorgen würden. Gestern im späten Handel war es soweit: Nachrichtenagenturen meldeten, Intel würde noch in dieser Woche den Zuschlag bekommen. Die Infineon-Aktie legte deutlich zu. Wie geht es weiter?
Infineon steht offenbar kurz vor dem Verkauf seiner Handychip-Sparte an den US-Chip-Riesen Intel. Eine Übereinkunft könne noch in dieser Woche zustande kommen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Verhandlungskreise. Ein Infineon-Sprecher wollte die Spekulationen weiterhin nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach sind die Gespräche aber in einem konkreten Stadium. "Es wird mit großer Intensität verhandelt", erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Firmenkreisen.
Entscheidung
DER AKTIONÄR hatte schon mehrfach auf einen möglichen Verkauf hingewiesen. Zuletzt sprach Infineon-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hermann Eul gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) von wesentlichen Fortschritten bei den Gesprächen rund um den Geschäftsbereich "Wireless Solutions" und von einer Entscheidung, die sich nicht noch Monate hinziehen werde.
Preisfrage
Auf dem Parkett wird weiter intensiv diskutiert, zu welchem Preis das Geschäft über die Bühne gehen wird. Zuletzt machten 1,5 Milliarden Euro für die Sparte, die unter anderem die Prozessoren für Apples iPhone produziert, die Runde. Der mittlerweile profitable Geschäftsbereich machte im Vorjahr mit rund einer Milliarde Euro immerhin ein Drittel des Jahresumsatzes von Infineon aus. Da sich der DAX-Konzern weiter auf die Produktion von Chips für die Industrie- und Autobranche konzentrieren will, erscheint eine Trennung von der Handychip-Sparte sinnvoll. Kommt es zu einem Abschluss, erwarten Branchenkenner, dass Infineon seinerseits die eingenommen Gelder für Zukäufe nutzen wird. Hier machen bereits Namen wie Elmos Semiconductor oder Micronas die Runde.

Trading-Position
Die Aktie zog gestern im späten Handel deutlich an. Damit ist die Spekulation des AKTIONÄRs, den Abverkauf zu nutzen, um gegen den Trend eine Trading-Position bei Infineon zu eröffnen bzw. eine vorhandene Position aufzustocken, aufgegangen. Das nächste Ziel liegt nun im Bereich um 5,00 Euro. Kommt es zeitnah zu einem Verkauf der Handychip-Sparte und erzielt Infineon einen ordentlichen Preis, sollte die Aktie schnell die bisherigen Jahreshöchststände erreichen. Mittelfristig bleibt das Kursziel weiter bei 8,00 Euro. Der Stopp bleibt bei 4,10 Euro.