Leon Müller
Gestern lief die Bezugsfrist für die neuen Aktien der Infineon Technologies AG aus. Die Kapitalerhöhung stieß auf großes Interesse bei den Altaktionären. Infineon fließen voraussichtlich mindestens 692 Millionen Euro zu. Der US-Private-Equity-Fonds Apollo dürfte leer ausgehen.
Infineon gab gestern Abend die vorläufige Bezugsquote der Kapitalerhöhung bekannt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung betrug diese 96,7 Prozent, so dass voraussichtlich mindestens 322 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von jeweils 2,15 Euro an die Inhaber von Bezugsrechten ausgegeben werden. Durch die Maßnahme fließen dem Münchener Chipkonzern voraussichtlich mindestens 692 Millionen Euro (brutto) zu.
Mit einer Quote in dieser Höhe hatten im Vorfeld nur die wenigsten Beobachter gerechnet. Infineon selbst hatte sich mit Apollo Global Management LLC einen US-amerikanischen Private-Equity-Fonds an Bord geholt, der angeboten hatte, bis zu 30 Prozent minus eine Aktie am Konzern erwerben zu wollen, sollte das Interesse an der Kapitalerhöhung von Seiten der Altaktionäre gering ausfallen.
Apollo mit leeren Händen
Nachdem die Altaktionäre eifrig von ihrem Bezugsrecht Gebrauch gemacht haben, dürfte Apollo am Ende mit leeren Händen dastehen. Zwar hat Infineon den Amerikanern die übrigen bis zu 15 Millionen Aktien zum Erwerb angeboten. Allerdings ist davon auszugehen, dass Apollo dankend ablehnen wird (siehe auch "Apollo-Mission droht zu scheitern"). Apollo hatte sich bereits im Vorfeld der Kapitalerhöhung ein Rücktrittsrecht gesichert, sollte die Beteiligung im Falle einer Teilnahme an der Kapitalmaßnahme im Anschluss unter 15 Prozent betragen. Infineon erwartet eigenen Angaben zufolge die Entscheidung des Fonds in dieser Angelegenheit spätestens im Laufe des heutigen Nachmittags.
Am Freitag erstmaliger Handel
Die neuen Aktien sollen erstmals am kommenden Freitag, den 7. August, an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Damit würde eine der größten Kapitalerhöhungen eines deutschen Unternehmens in diesem Jahr ihren Abschluss finden. Unterdessen bleibt das Infineon-Papier weiterhin kaufenswert. Der Konzern ist aufgrund der erfolgreichen Durchführung der Kapitalerhöhung nicht nur fundamental sehr gut aufgestellt, auch das charttechnische Bild spricht für steigende Kurse. Bei Überschreiten des nächst höheren Widerstands bei 3,10 Euro dürfte wieder mehr Dynamik in die Infineon-Aktie kommen. Ein Zwischenspurt bis zum Rallyehoch bei 3,67 Euro ist dann wahrscheinlich.