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Impreglon-Chef: "2012 muss ein neues Rekordjahr werden"

Thomas Bergmann

Der Spezialist für Oberflächenbeschichtungen hat in der Vorwoche exzellente Zahlen vorgelegt. Nach 2011 wird auch 2012 ein Rekordjahr angestrebt. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erklärt Impreglon-Chef Henning J. Claassen, wie das umgesetzt werden soll.

Der Lüneburger Beschichtungsspezialist Impreglon hat am vergangenen Freitag erstklassige Ergebnisse präsentiert.  Der Konzern hat nach neun Monaten sowohl das EBIT des gesamten Vorjahres als auch die eigenen Prognosen übertroffen. Da auch das laufende vierte Quartal ein Ergebnisplus liefern soll, dürfen sich Impreglon-Aktionäre auf eine "kräftige Erhöhung der Dividende" von zuletzt 12 Cent je Aktie freuen. Mittelfristig sollen bis zu 40 Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden, verrät CEO Henning J. Claassen im AKTIONÄR-Interview. Und auch für 2012 stehen die Zeichen auf Wachstum.

DER AKTIONÄR: Herr Claassen, Glückwunsch zu den hervorragenden 9-Monatszahlen. Waren Sie selbst überrascht vom guten operativen Verlauf im traditionell schwächsten dritten Quartal?

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Henning J. ClaassenHenning J. Claassen: Ich hatte in Anbetracht des großen Umzugs in Lüneburg, der doch einige Umsatzverluste mit sich brachte, und der Umstellungen im neuen Werk in Baltimore noch nicht damit gerechnet, dass wir schon jetzt nach neun Monaten den gesamten Umsatz des Vorjahres übertreffen werden.

Auch für das laufende vierte Quartal erwarten Sie eine zusätzliche Ergebnissteigerung. Was macht Sie so zuversichtlich?

Beide oben genannten Faktoren beeinflussen das Ergebnis nicht mehr negativ. Durch den Serienanlauf von zwei Großprojekten, die auch in den Jahren 2012 und 2013 für ein nicht unerhebliches Umsatzplus sorgen werden, verbessert sich die Auslastung noch einmal wesentlich.

Ein hervorragendes drittes Quartal und ein starker Ausblick, dennoch haben Sie die Prognose für das Gesamtjahr nicht angehoben. Wie passt das zusammen?

Ich habe die Umsatzprognose für das Jahr ja erst kürzlich auf 74 Millionen Euro angehoben. Da war mir bereits bekannt, dass die Großprojekte im vierten Quartal anlaufen werden. Obwohl wir noch keine Abschwächung im Auftragseingang feststellen, wissen wir nicht, ob das auch zum Beispiel für den Dezember gilt. Im Übrigen macht es mir große Freude, die eigenen Prognosen zu übertreffen.     

Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das kommende Jahr?

Wenn es nicht zu einer starken konjunkturellen Eintrübung kommt, mit der wir nicht rechnen, muss 2012 ein neues Rekordjahr werden.   

Aber eine leichte konjunkturelle Abschwächung ist im ersten Halbjahr 2012 durchaus zu erwarten, wenn man sich aktuell die Frühindikatoren ansieht. Analyst Malte Schaumann von Warburg Research hat seine Gewinnschätzungen für 2012 und 2013 bereits leicht zurückgenommen. Was macht Sie so optimistisch für 2012?

Wenn es nur zu einer leichten Abschwächung kommt, erwarten wir auf Grund vieler neuer Projekte und ganz neuer Beschichtungsverfahren, die uns neue Anwendungsgebiete erschließen, trotzdem ein Rekordjahr. Im Gegensatz zur Krise 2008/09 sind wir aktuell ungleich besser aufgestellt.

Trotz einer  erwarteten leichten Abschwächung im Impreglon-Kerngeschäft prognostiziert Schaumann bis 2013 eine Steigerung der EBIT-Marge auf 14 Prozent. Ist diese Zahl nicht etwas zu hoch gegriffen?

Ganz entscheidend für die weitere Erhöhung der EBIT-Marge ist eine hohe Auslastung unserer Werke und Anlagen. Wenn uns das gelingt, sollten wir auch die 14 Prozent erreichen.

Sie haben eine kräftige Erhöhung der Dividende von zuletzt 12 Cent je Aktie angekündigt. Können Sie schon etwas konkreter werden? Wie sieht Ihre mittelfristige Dividendenstrategie aus?

Unsere Aktionäre mussten während der letzten Krise auf eine Dividende verzichten. Das werden wir jetzt durch die angekündigte kräftige Erhöhung kompensieren. Die Annahme von Warburg Research mit 20 Cent pro Aktie gibt schon einmal die Richtung vor. Zukünftig beabsichtigen wir, bis zu 40 Prozent des Gewinns an unsere Aktionäre auszuschütten.

Anfang Oktober haben Sie die Übernahme des in Milwaukee ansässigen US-Unternehmens Stork Cellramic gemeldet. Damit haben Sie sich nach Atlanta, Boston und Baltimore einen vierten Standort in den USA gesichert. Welche Bedeutung hat der US-Markt für Impreglon?

Im Gegensatz zu Europa sind wir in der Vergangenheit in den USA nicht gewachsen. Da viele unserer Kunden im zunehmenden Maße auch in Nordamerika produzieren und der Markt selbst ein großes Potenzial für qualitativ hochwertige Beschichtungen bietet, müssen wir in den wichtigsten Industrieregionen vertreten sein. Mit jetzt vier Werken sollten wir im Geschäftsjahr 2012 unseren US-Umsatzanteil auf circa 15 Prozent erhöhen.

Planen Sie weitere Akquisitionen in den kommenden Monaten?

Wir wollen unsere Buy-and-Build-Strategie auch 2012 fortsetzen. Da wir im bisherigen Jahresverlauf schon vier Akquisitionen getätigt haben, die letzte ist wie eben angesprochen gerade vier Wochen her, gilt es erst einmal, die neuen Werke in der Gruppe zu integrieren. Dank der Kapitalerhöhung Anfang des Jahres und des jetzt gemeldeten Verkaufs von 150.000 Aktien aus dem eigenen Bestand stehen aber genügend liquide Mittel für einen weiteren Kauf zur Verfügung.

Warburg-Analyst Schaumann sieht den fairen Wert der Impreglon-Aktie bei 13,70 Euro. Aus Ihrer Sicht eine realistische Einschätzung?

Ich wiederhole, was ich bei meinem letzten Interview gesagt habe: Kurse unter zehn Euro sind für mich klare Kaufkurse. Ich kaufe jedenfalls.

Herr Claassen, vielen Dank für das Interview.

Impreglon, der Tipp des Tages vom 28. Oktober, ist auf aktuellem Niveau massiv unterbewertet. Spätestens im ersten Halbjahr 2012 sollte der Kurs wieder zweistellig sein.

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