Hochtief: Stockt ACS auf?
Die spanische Bauholding ACS will ihren Anteil bei dem Baukonzern Hochtief weiter aufstocken. ACS kontrolliert bereits 54,3 Prozent der Anteil. Doch die Frage ist: Hat ACS überhaupt das Geld, um weitere Aktien zu kaufen? Immerhin musste ACS zuletzt Hochtief-Aktien verpfänden.
Nach Angaben von Florentino Pérez, Vorstandschef bei ACS, gehört es zur Wachstumsstrategie seines Konzerns, bei Hochtief weiter zuzukaufen. In spanischen Medien wurde auch über eine Fusion mit Hochtief spekuliert. Dies wäre für die Spanier vor allem deshalb interessant, weil sie dann ihre Schulden auf Hochtief abwälzen könnten. Der Zugang zum Kapitalmarkt könnte für die hochverschuldeten Spanier damit einfacher werden. Für die Hochtief-Aktie wäre das freilich eine zusätzliche Last.
Rote Zahlen
Die Geschäfte bei ACS laufen derzeit alles andere als gut. Für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres wies ACS einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro aus. Die Aktionäre werden deshalb keine Zwischendividende erhalten. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 604 Millionen Euro in den Büchern gehabt. ACS hat bereits einen Teil seiner Beteiligung am Energiekonzern Iberdrola verkauft, um seine Bankschulden zu begleichen. Der Verkauf brachte allerdings weniger ein, als ACS bezahlt hatte. Zudem musste ACS auf die noch bestehende Iberdrola-Beteiligung von noch knapp 15 Prozent 962 Millionen Euro abschreiben.

Die Aktie von Hochtief sprang am Freitag zwischen Verlust und Gewinn hin und her. Niemand weiß genau, welche Pläne ACS derzeit verfolgt. Einiges spricht jedoch dafür, dass ACS eine Fusion mit Hochtief in Erwägung zieht. In diesem Fall sollten Anleger die Reißleine ziehen. Die Bilanz würde dann höchstwahrscheinlich verhagelt werden. Einige Fonds dürften sich ohnehin allein aufgrund der Gerüchte zurückziehen. Die Aktie erscheint derzeit nicht mehr sonderlich attraktiv.
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