Hochtief: Rote Zahlen, aber ….
Deutschlands größter Baukonzern Hochtief ist schwach in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal verzeichnet das im MDAX notierte Unternehmen einen Verlust. Allerdings ist dies nach einer Gewinnwarnung im Februar keine große Überraschung mehr. Die Aktie könnte heute nach oben drehen.
„Diese Zahlen sind aber nicht repräsentativ für den Weg, den wir eingeschlagen haben. Unser Geschäft entwickelt sich positiv", sagte Vorstandsvorsitzender Frank Stieler. Damit spielte er vor allem auf den Quartalsverlust von 34 Millionen Euro an. Allerdings lag dieser im vergangenen Jahr noch wesentlich höher. Genauer gesagt bei 445 Millionen Euro. Damals wie heute belasten anhaltende Probleme bei Großprojekten der australischen Tochter Leighton das Ergebnis.
Prognose bekräftigt
Für das laufende Jahr rechnet Hochtief mit einem Ergebnis vor Steuern von leicht unter 550 Millionen Euro, der Konzerngewinn sollte sich auf knapp 180 Millionen Euro summieren. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Konzernverlust von 160 Millionen Euro hinnehmen. Die Dividende wurde ebenfalls gestrichen. Hoffnung, dass es in Australien bei Leighton bald wieder besser läuft, gibt es ebenfalls. Die beiden Problemprojekte, das Straßenprojekt zur Anbindung des Flughafens in Brisbane sowie die Meerwasserentsalzungsanlage Victoria Desalination Plant, sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Der Auftragsbestand entwickelt sich bei Hochtief ebenfalls positiv. Das Unternehmen sitzt auf Aufträgen im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro - eine neuer Rekord für die Essener. Damit liegt der Wert 10,2 Prozent über dem des Vorjahres. Dabei macht sich auch ein starker Auftragseingang im ersten Quartal bemerkbar. Dieser liegt 42,1 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums. Ursache ist die Division Hochtief Asia Pacific, die im ersten Quartal eine Reihe von Großprojekten im Energiebereich gewinnen konnte.

Sollte sich die Lage bei Leighton - endlich - entspannen, dann könnte auch die Konzernmutter Hochtief wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen. In den vergangenen eineinhalb Jahren ist das Geschäft allerdings durch zahlreiche Gewinnwarnungen aus Australien gezeichnet gewesen. Gelingt die Trendwende in Australien und schafft es Leighton, die Problemprojekte abzuschließen, steht auch steigenden Kursen bei der Hochtief-Aktie nichts mehr im Wege. Für Anleger, die darauf spekulieren, bietet sich derzeit ein attraktives Einstiegsniveau. Die heute vorgelegten Zahlen könnten die Wende zum Besseren markieren.
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