Markus Bußler
55 Prozent hält Deutschlands größter Baukonzern Hochtief an der australischen Bauholding Leighton. Und diese Beteiligung erwies sich in den vergangenen Jahren als Glücksfall. Die Dynamik des Wachstums von Leighton beeindruckte und auch die Margen konnten überzeugen. Heute vermelden australische Medien, Vorstandschef Wal King werde noch in diesem Jahr sein Amt niederlegen. Ist dies eine gute oder schlechte Nachricht?
Auf Anhieb würde man sagen: Die Nachricht ist schlecht für die Aktionäre. Immerhin führte King das Unternehmen seit Jahren erfolgreich und konnte zuletzt erneut starke Zahlen vorlegen. Mit ihm verliert Leighton also eine Führungspersönlichkeit. Doch möglicherweise kommt das Ausscheiden von King Hochtief gar nicht so ungelegen. Hier kommen einige Gerüchte ins Spiel.
Komplettübernahme durch Hochtief?
Angeblich soll Hochtief zu Beginn des Jahres versucht haben, Leighton komplett zu übernehmen. Doch das Board Leightons, allen voran Wal King, sollen die Offerte zurückgewiesen haben. Angeblicher Grund: Die Tochter Leighton ist mittlerweile deutlich größer als der Mutterkonzern Hochtief. Stimmen die neuerlichen Medienberichte, wonach King noch in diesem Jahr ausscheidet, könnte Hochtief einen neuen Versuch unternehmen, Leighton komplett zu übernehmen.
Derzeit sind solche Überlegungen zwar reine Spekulation, ganz abwegig erscheint dieses Szenario jedoch nicht. Hochtief dürfte sich in den kommenden Monaten punktuell durch Akquisitionen verstärken. Eine Übernahme von Leighton würde das Wachstum stark beschleunigen. Im Gegenzug dürfte Hochtief erneut versuchen, die Concessions-Sparte an die Börse zu bringen.

Beide Aktien, sowohl die von Hochtief als auch die von Lieghton, bleiben ein Kauf. Der Deutsche Baukonzern hat angekündigt, mittelfristig ein Vorsteuerergebnis von einer Milliarde Euro einfahren zu wollen. Mit den Beteiligungen in den USA und auch in Australien ist Hochtief gut aufgestellt. DER AKTIONÄR bekräftigt seine Kaufempfehlung.