Dominik Schertel
In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der Hafenbetreiber Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) kräftig zulegen und seine Marktposition ausbauen. Angesichts der drohenden Konjunkturabschwächung nehmen allerdings die Ergebnisrisiken zu.
Die HHLA hat in den ersten drei Quartalen 2011 einen Umsatz von 912,5 Millionen Euro generiert, was einem Zuwachs von 15,8 Prozent entspricht. Das EBIT legte ebenfalls zweistellig auf 164,5 Millionen Euro zu. Unter dem Strich bleibt ein Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter von 65,4 Millionen Euro.
Hohe Dynamik
Von Januar bis September konnte der Hamburger Hafenbetreiber den Containerumschlag um 24,8 Prozent auf 5,3 Millionen Standardcontainer (TEU) steigern. Angetrieben wurde diese Entwicklung von dem starken Geschäft in Fernost und den hohen Zuwachsraten im Ostseeraum (plus 59,1 Prozent) und Nordamerika (plus 41,4 Prozent). Die Containertransporte im Hinterland legten um 13 Prozent auf 1,43 Millionen TEU zu.
Risiken steigen
Für das Gesamtjahr rechnet die HHLA mit einem Umsatz um 1,2 Milliarden Euro und einem EBIT im Bereich von 210 Millionen Euro. Allerdings seien angesichts der aktuellen Konjunktureintrübung Wertberichtigungen im Bereich der deutschen Intermodalverkehre und der Fruchtlogistik nicht mehr auszuschließen. Würde es zu einer Anpassung kommen, erwartet die Konzernführung lediglich ein operatives Ergebnis von 200 Millionen Euro. Des Weiteren sollen die Zuwächse beim Containerumschlag am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 15 bis 20 Prozent und beim Containertransport im mittleren Bereich der Bandbreite von zehn bis 15 Prozent liegen.

In ruhigen Gewässern?
Klar ist, dass eine konjunkturelle Eintrübung den Hafenbetreiber schmerzhaft treffen dürfte. Momentan laufen die Geschäfte aber noch auf Hochtouren, was sich im Aktienkurs des MDAX-Wertes allerdings nicht widerspiegelt. Die HHLA-Aktie hat turbulente Wochen hinter sich. Binnen kurzer Zeit stürzte das Papier von rund 34,00 Euro auf unter 20,00 Euro. In diesem Bereich hat der Titel einen Boden ausgebildet. Derzeit macht sich das Papier daran, den seit Juni laufenden Abwärtstrends nachhaltig zu überwinden. Der MDAX-Wert hat von den deutlichen Kursabschlägen bislang wenig wettgemacht und hat daher deutliches Nachholpotenzial. Investierte Anleger bleiben weiter am Ball. Auch Neueinsteiger können nach wie vor zugreifen. Ein Stoppkurs knapp unterhalb des Jahrestiefs sichert ab.