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Heute plus 43 Prozent: Artprice-Hype geht weiter; Artnet steigt mit

Florian Söllner

Chartausbruch von Artprice. Die Aktie des französischen Kunstportals haussiert. Davon profitiert auch das deutsche Pendant Artnet. Die Bewertung ist im direkten Peer-Group-Vergleich erstaunlich günstig.

Der Wahnsinn geht weiter. Nachdem die französische Regierung über eine zusätzliche Förderung des Kunsthandels nachdenkt, brachten Spekulanten erneut das Papier von Artprice zur Explosion. Das heutige Kursplus beläuft sich auf schwindelerregende 43 Prozent. Damit beträgt die Marktkapitalisierung bereits über 300 Millionen Euro - obwohl die Kunstdaten-Plattform 2010 nur fünf Millionen Euro erlöst hatte. Die Anleger hoffen jedoch auf ein extremes Umsatzwachstum durch die Einführung von Online-Kunstauktionen. Artprice-Chef Thierry Ehrmann ist bekannt dafür, rhetorisch weniger mit spitzem Bleistift, sondern mit breitem, buntem Pinsel zu malen. So hatte er bereits im Frühling in einem Interview erklärt, dass Artprice innerhalb von zwei Jahren den Umsatz von fünf auf bis zu 86 Millionen Euro steigern könnte.

Besser als Artprice: Artnet

Wie bereits vor wenigen Wochen (siehe Tipp des Tages) könnte im Sog von Artprice auch die Artnet-Aktie wieder in Fahrt kommen. Denn das deutsche Kunstdaten- Portal ist angesichts einer aktuellen Marktkapitalisierung von 33 Millionen Euro nur rund ein Zehntel so hoch bewertet - hat jedoch 2010 mehr als Artprice erlöst und zudem schon Erfolge im Bereich Auktionen vorzuweisen. So wurden 2010 Kunstwerke im Wert von zwölf Millionen Euro über „artnet auctions" vermittelt. Dabei erlöste Artnet Provisionen von zwei Millionen Euro - dies ist ein Wachstum von 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Inklusive Mitgliedsgebühren für die Datenbank und Werbung erlöste Artnet 2010 rund 14 Millionen Euro.

Zwar waren die Berliner im abgelaufenen Jahr operativ noch leicht defizitär. Doch der Bereich Kunst-Auktionen dürfte künftig wegen großer Skaleneffekte für hohe Gewinne sorgen. Vorsicht: Beide Aktien sind sehr volatil.

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