Heideldruck-Aktie: Für immer Pennystock?
Die Hauptversammlung der Heidelberger Druckmaschinen AG steht heute unter keinem guten Stern. Die Aktie des Druckmaschinenherstellers hat ein neues Allzeittief erreicht. Die Aktionäre setzen die Hoffnungen in einen neuen Mann.
Die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck) ist ein Pennystock! Gestern fiel der Kurs zum ersten Mal unter die Marke von einem Euro. Auch heute - am Tag der Hauptversammlung - geht es abwärts. Jetzt soll es ein Chemiker richten.
Neuer Vorstandsvorsitzender
Bernhard Schreier, 37 Jahre bei Heideldruck tätig und davon 13 Jahre als Vorstandsvorsitzender, wird zum letzten Mal bei einer Hauptversammlung als Konzernchef sprechen. Er verlässt das Unternehmen in einer Phase, die für den Weltmarktführer in der Druckmaschinenbranche beispiellos schwierig ist.
Ab dem 1. September wird Dr. Gerold Linzbach das Zepter bei den Heidelbergern übernehmen. Der promovierte Chemiker war einst bei Hoechst, Symrise und D+S Europe in leitenden Positionen aktiv. Ihm wird die sehr schwierige Aufgabe zuteil, den Konzern nach vier Jahren mit Verlusten aus den roten Zahlen herauszuholen.
Positive Messe
Hoffnung macht die erfolgreich verlaufene Messe drupa. Dank der neuen Bestellungen zur wichtigsten Branchenmesse stieg der Auftragseingang im ersten Quartal um ein Drittel auf 890 Millionen Euro (DER AKTIONÄR berichtete). Dennoch wird das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012/13 (1.4.12 bis 31.3.13) rote Zahlen schreiben. Erst 2013/14 rechnet man mit einem operativen Gewinn von 150 Millionen Euro.

Purer Zock
Mit dem Absturz unter die 1-Euro-Marke ist die letzte Bastion gefallen. Im Zuge dessen wurde auch die Empfehlung nach den Quartalszahlen bei 95 Cent ausgestoppt. Wer jetzt auf den Weltmarktführer der Druckbranche setzt, muss viel Geduld und ein tiefes Portemonnaie haben. Die Chancen auf eine Erholung stehen derzeit fifty-fifty.
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