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HeidelDruck: Nachlassender Finanzdruck

Michael Herrmann

Die Abstimmung über geplante Kapitalerhöhung des Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck wird laut Finanzvorstand Dirk Kaliebe erfolgreich verlaufen. Der Finanzvorstand gibt sich gelassen und selbstbewusst.

Nachdem der finanziell angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck vor wenigen Tagen mit positiven vorläufigen Geschäftzahlen auf sich aufmerksam machen konnte, steht aktuell die Abstimmung über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 420 Millionen Euro an. Das Bezugsverhältnis wird bei zwei neuen für eine alte Aktie liegen. HeidelDruck glaubt dabei fest an den Abstimmungserfolg auf der Hauptversammlung. "Wir gehen davon aus, dass unsere Großaktionäre Allianz und RWE der Kapitalerhöhung zustimmen werden", sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe in der Dienstagsausgabe der Börsen-Zeitung.

Positives Feedback

Grund für den Optimismus sind unter anderem die positiven Rückmeldungen der Investoren in den vergangenen Wochen. "Auch von den Proxy Advisors, die institutionelle Investoren zum Abstimmverhalten auf Hauptversammlungen beraten, haben wir überwiegend positives Feedback erhalten." Bei der Kapitalerhöhung sind bisher sowohl der genaue Termin, als auch der Bezugspreis noch offen. "Wir wollen den Beschluss möglichst zeitnah umsetzen, aber wir haben keine Eile", sagte der Finanzvorstand.

Ende der Staatsbürgschaften bis Juli 2012

Mit dem erwarteten Bruttoerlös von 400 Millionen Euro wollen die durch staatliche Maßnahmen gestützten Heidelberger zum finanziellen Befreiungsschlag ausholen. Durch das frische Kapital sollen insbesondere die hohen Zinskosten senken gesenkt und die Eigenkapitalstruktur verbessert werden. Derzeit liegt die Finanzverschuldung laut Konzern bei 800 Millionen Euro. Dennoch hegt der Druckspezialist ehrgeizige Ziele. Der Konzern wolle alles Notwendige tun, um im Juli 2012 ohne Staatsbürgschaften auszukommen.

Plan B vorhanden

Für den Fall, dass der vorgestellte Kapitalrahmen nicht die erforderliche Mehrheit finden sollte, bleibt Kaliebe gelassen: "Wir haben auf jeden Fall einen Kreditrahmen von 1,4 Milliarden Euro bis Juni 2012, und damit haben wir genügend Zeit, eine Refinanzierung vorzunehmen." Auch ohne die gewünschte Kapitalerhöhung würden die Heidelberger demnach keine kurzfristigen Liquiditätsprobleme bekommen.

Kooperation Ja - Fusion Nein

Für Kooperationen sei man bei Heidelberger Druck zwar jederzeit offen, nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit dem Konkurrenten Manroland erteilte Kaliebe einer Fusion mit einem Wettbewerber eine indirekte Absage: "Wir werden unseren Weg auf Stand-alone-Basis mit der Neuausrichtung auf Equipment und Service konsequent weitergehen". Heidelberger Druck habe einen Teil der notwendigen Konsolidierung in der Druckmaschinenbranche bereits geleistet, betont er mit Verweis auf den Verkauf des Rollenoffset-Geschäfts.

Vor charttechnischem Kaufsignal

Seit dem Ende der Kurserholung in der Zeit von Februar bis Anfang Juni, in der sich der Kurs nahezu verdoppelt hat, befindet sich die Aktie in einer Seitwärtsbewegung. Aktuell befindet sich der Kurs in der Nähe des oberen Widerstands von 8,00 Euro. Sollte der Kurs, zum Beispiel nach der Abstimmung über die geplante Kapitalerhöhung, diese Hürde nehmen würde sich das charttechnische wieder aufhellen und ein Kaufsignal entstehen. Allerdings sollten nur risikobereite Anleger bei der MDAX-Aktie einsteigen.

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