Heidelberger Druck ist erfolgreich

Die Heidelberger Druckmaschinen AG scheint auf der weltgrößten Druckmaschinen-Messe die Kunden zu beeindrucken. Jedenfalls ist Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier beeindruckt von der Nachfrage zur Halbzeit der Neuigkeiten-Schau.
Der (Wieder)-Einstieg in den stark wachsenden digitalen Druck, das Übertragen von Spitzentechnologie auf die Preissegmente unterhalb der Spitze, der Verkauf von mehr Verpackungsdruck-Maschinen und der wachsende Markt in den Schwellenländern, vor allem dem chinesischen, lassen die Aktionäre der Heidelberger Druckmaschinen AG hoffen. Der Konzern soll bis zur Mitte der noch bis zum Mittwoch, 16. Mai, andauernden Fachmesse Drupa in Düsseldorf Aufträge für einen dreistelligen Millionenbetrag erhalten haben. Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier jammerte vor dem Messebeginn, die wirtschaftlichen Rahmendaten seien in der 60-jährigen Messe-Geschichte noch nie so schlecht wie 2012 gewesen. Das hört sich mittlerweile anders an. Schreier erklärt mittlerweile, die Messe liefere "wie erwartet Investitionsimpulse". Aus Unternehmenskreisen verlautete, Heidelberger Druck habe Kundenaufträge für neue Druckmaschinen erhalten, die einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen. Vorstandschef Schreier sagte weiter im Interview des Handelsblatt: "Für den weiteren Messeverlauf sind wir ebenfalls zuversichtlich."
Analysten treiben den Kurs
Holger Schmidt, Analyst von Equinet, ist noch nicht überzeugt von der Drupa-Wasserstandsmeldung von Heidelberger Druck. Er möchte wissen, wie hoch das gesamte Auftragsvolumen ist, das der Konzern im Umfeld der Messe erhält. Deshalb bleibt er noch bei seinem Rat, die Aktie zu halten. Sein Kursziel bleibt bei 1,60 Euro.
Für Peter Reilly, Analyst der Deutschen Bank, sei sogar erst die Ordersituation im zweiten Halbjahr 2012 entscheidend. Seine Kaufempfehlung hänge davon ab, ob das Unternehmen in der Lage sein wird, in dem Ende März 2014 ablaufenden Geschäftsjahr einen operativen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe zu erwirtschaften. Dennoch rät er weiterhin zum kauf der Anteile mit einem Kursziel von 2,50 Euro.
Stefan Augustin vom Analysehaus Kepler, ist von dem nicht offiziellen Auftragszahlen überrascht; sie sicherten einen angemessenen Umsatz des Druckmaschinenherstellers im laufenden Jahr. Deshalb empfiehlt Augustin weiterhin die Aktie zum Kauf und belässt sein Kursziel bei drei Euro.

Ein Trade, kein Investment
Insgesamt schätzen die Analysten die Ergebnisse für die Geschäftsjahres 2012/13 bis 2014/15 auf minus 0,04 Euro, auf 0,13 Euro und auf 0,20 Euro. Das entspräche Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 10 und von 7. Der Indikator MACD hat ein Kaufsignal erzeugt, bei 1,20 Euro befindet sich eine Unterstützung und bei Notierungen von mehr als 1,40 Euro wäre der seit Januar anhaltende Abwärtstrend überwunden. Wer auf eine Erholung setzen möchte, kann das also tun, für ein langfristiges Investment muss Heidelberger Druck allerdings immer noch zuvor beweisen, dass ein Turnaround gelingt. Das ist bisher nicht der Fall.
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