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Heidelberger Druck: Manroland wird zerschlagen – und jetzt?

Dominik Schertel

Der Druckbranche befindet sich in der wohl schwierigsten Phase ihrer Geschichte. Nun ist klar, der insolvente Druckmaschinenhersteller Manroland wird zerschlagen. Wie wirkt sich das auf den Konkurrenten HeidelbergerDruck aus?

Im November hat der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Manroland einen Insolvenzantrag beim Augsburger Amtsgericht eingereicht. Am Mittwoch hat der Gläubigerausschuss nun die Zerschlagung des Konzerns beschlossen. Die Lübecker Possehl-Gruppe wird den Standort Augsburg übernehmen. Zudem wurden Zusagen für das Werk im sächsischen Plauen getroffen. Dennoch sollen rund 2.500 Arbeitsplätze wegfallen.

Des einen Leid, des andren Freud

Die Pleite des Konkurrenten Manroland dürfte positive Effekte für HeidelDruck haben. Die Teilübernahme sei eine gute Nachricht, da Kapazitäten aus dem Markt genommen würden und somit der Konkurrenzdruck etwas nachlassen dürfte, so Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank in einem ersten Kommentar. Eine ernste Gefahr sieht der Experte in einer möglichen Übernahme des Bogendruck-Bereichs von Manroland durch einen chinesischen Interessenten. Ein Know-how-Transfer von Manroland nach China würde die dortigen Geschäfte von HeidelDruck ernsthaft gefährden. Terzic rät weiter zum Verkauf der MDAX-Aktie mit Kursziel 1,20 Euro

Analysten uneins

Wegen der weiter sinkenden Nachfrage hat Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel seine Schätzungen für 2012 und 2013 um fünf respektive vier Prozent reduziert. Der Experte rät die Aktie von HeidelDruck weiter mit Kursziel von 1,80 Euro zu halten. Die Experten der UBS sehen hingegen deutliches Abwärtspotenzial für den Titel. Die Analysten stufen den Wert weiterhin mit "Sell" und Kursziel 1,20 Euro ein.  

Probleme überwiegen

Mit dem Effizienzprogramm "Focus 2012" arbeitet HeidelbergerDruck am Turnaround. Konservative Anleger sollten weiter abwarten, bis das Programm erste Früchte trägt. Ein interessanteres Bild gibt das Papier derzeit für risikobereite Anleger ab. Anleger, die mit dem Abstauberlimit des AKTIONÄR zum Zug gekommen sind, lassen die Gewinne laufen. Die nächsten Widerstände warten bei 1,73 Euro und 1,80 Euro.

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