HeidelbergCement: Merckle stockt wieder auf
Noch nicht einmal zwei Jahre ist es her, da steckt HeidelbergCement in großen finanziellen Schwierigkeiten. Nicht nur die Finanzkrise machte dem Konzern zu schaffen, auch der Großaktionär VEM, hinter dem die Merckle-Familie steht, geriet in Schieflage und musste ihren damals rund 80-prozentigen Anteil an HeidelbergCement reduzieren.
Doch ganz abgebaut hatte Ludwig Merckle den Anteil nicht. Und in den vergangenen Wochen hatte er offensichtlich wieder zugekauft und eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent erreicht. "Das Überschreiten der 25-Prozent-Schwelle unterstreicht mein langfristiges Engagement bei der Gesellschaft, bei der ich auf Grund der sehr guten weltweiten Marktposition ein deutliches Wertsteigerungspotential sehe", erklärt Merckle in der Mitteilung. HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele wiederum freut sich eigenem Bekunden über den Ankeraktionär.
Was wird aus Nordamerika?
Derweil haben sich auch die Analysten von Credit Suisse zu der Aktie zu Wort gemeldet und ihre Einschätzung mit "Outperform" bekräftigt. Allerdings senkte Arnaud Lehmann das Kursziel von 53,00 auf 48,00 Euro. Die Begründung: Er rechnet mit einer niedrigeren Umsatz- und Margenentwicklung im Osteuropa- und Nordamerikageschäft. Allerdings sieht man das offensichtlich bei HeidelbergCement selbst etwas optimistischer. Bernd Scheifele erklärte in einem Interview, er rechne damit, dass sich in Nordamerika im kommenden Jahr wieder Preiserhöhungen durchsetzen lassen.

DER AKTIONÄR sieht sich in seiner positiven Einschätzung der Aktie des DAX-Konzerns bestätigt. Nach wie vor hat das Papier im Vergleich zum Gesamtmarkt noch Nachholpotenzial. Dass Ludwig Merckle seine Position ausbaut, ist grundsätzlich positiv zu sehen. Auch der Schuldenabbau bei dem Konzern scheint wie geplant voran zu schreiten. Die Aktie bleibt ein Kauf.
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