HeidelbergCement: Hilfe, wir sinken
Es wird wieder in die Hände gespuckt. Deutschlands Baubranche geht es besser als noch vor einem Jahr, auch Analysten äußern sich positiv. Die Aktie des deutschen Baustoffproduzenten HeidelbergCement scheint das nicht zu interessieren, sie rutscht immer weiter abwärts.
Die Unternehmen des Baugewerbes schätzen ihre Geschäftslage besser ein als noch vor einem Jahr - das dritte Mal in Folge. Im Zeitraum Januar bis April 2011 konnte die Branche 3,1 Prozent mehr Aufträge verbuchen als noch ein Jahr zuvor. Der Gesamtumsatz lag mit 22,0 Milliarden Euro 21,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Der neue Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer erwartet für das Gesamtjahr ein Umsatzplus von nominal 4,5 Prozent. Dies entspräche einem realen Produktionszuwachs von zwei Prozent.
Kurssturz der Chemiebranche
Der aufgrund der Gewinnwarnung des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel erfolgte Kursrutsch in der Chemiebranche sollte den Aufschwung der Baubranche nicht beeinflussen, erklärte Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank in einer Studie zu HeidelbergCement. Das niederländische Unternehmen hätte zwar neben den gestiegenen Rohstoffpreisen auch auf die Schwächen im europäischen und nordamerikanischen Baugewerbe verwiesen, trotzdem lasse sich das nicht auf den Baustoffkonzern HeidelbergCement übertragen. Daher bestätigt Kretlow seine Kaufempfehlung und belässt das Kursziel auf 58 Euro.

Die Aktie von HeidelbergCement befindet sich schon seit Ende 2009 im volatilen Seitwärtstrend zwischen 35 und 50 Euro und aktuell im kurzfristigen steilen Abwährtstrend. Wird die Unterstützung bei 40 Euro durchbrochen sind weitere starke Kurseinbrüche möglich. Trotz positiver Einschätzungen der Analysten und optimistischer Prognosen der Experten sollten Anleger eine Trendwende abwarten.
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