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Hannover Rück: Zufrieden mit Geschäftsentwicklung - BP-Bohrinsel belastet

Michael Herrmann

Hannover Rück zeigt sich trotz rückläufiger Gewinne und einer höheren Belastung durch Großschäden zufrieden mit der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt bestehen. Auch die Aktie hat weiterhin Potenzial.

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück sieht sich trotz unerwartet hoher Katastrophenkosten im ersten Halbjahr auf einem guten Weg das ausgegebene Jahresziel zu erreichen. „Wir sind voll im Plan, um an das gute Ergebnis 2009 - bereinigt um positive Einmaleffekte - anknüpfen zu können", bekräftigt Konzernchef Ulrich Wallin. Unter dem Strich peilt der Vorstand für das Gesamtjahr 2010 weiterhin einen Überschuss von rund 600 Millionen Euro an.

Mehr Umsatz - weniger Gewinn

Die gebuchte Bruttoprämie für den Hannover Rück-Konzern erhöhte sich zum 30. Juni 2010 gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) betrug 490,7 Millionen Euro. Im Vorjahr standen noch 603,3 Millionen Euro zu Buche. Das Vorjahresergebnis wurde aber durch positive Sondereffekte in Höhe von 161 Millionen Euro durch die Übernahme eines Lebensversicherungspakets der niederländischen ING positiv beeinflusst. Netto verdiente die Hannover Rück mit knapp 311 Millionen Euro 28 Prozent weniger. Auch hier müssen aber die Sondereffekte des Vorjahres berücksichtigt werden.

Positive Entwicklung im zweiten Quartal

Erfreulich war vor allem die Entwicklung im zweiten Quartal 2010. Die Bruttoprämien stiegen in diesem Zeitraum im Jahresvergleich von 2,59 auf 2,83 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis sank zwar von 208,7 auf 159,6 Millionen Euro, blieb damit aber über den Prognosen der Analysten. Zur vollständigen Unternehmensmeldung.

Großschadenbelastung höher als erwartet

Die Großschadenbelastung ging im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal zwar zurück, lag aber dennoch erneut über dem Erwartungswert. Die Havarie der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" führte zu erheblichen Umweltschäden und damit auch zu entsprechenden Belastungen für die Versicherer. Die Hannover Rück schätzt die eigene Belastung durch das Unglück nun deutlich höher ein und geht von einer Schadensbelastung von 89 Millionen Euro aus. Bisher waren lediglich 40 Millionen Euro veranschlagt.

Aktie weiterhin mit Potenzial

Die vorgelegten Zahlen und vor allem die Entwicklung im zweiten Quartal stimmen zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Hannover Rück. DER AKTIONÄR hält daher an dem bisherigen Kursziel von 42 Euro fest. Die Aktie hat trotz der Kursgewinne seit der letzten Empfehlung weiterhin Potenzial. Ein weiteres Kaufargument stellten die wohl auch zukünftig hohen Dividendenrenditen von mehr als sechs Prozent dar. Ein Stoppkurs bei 30 Euro sichert ab.

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