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Hamburger Hafen: Doch kein Geschäft mit dem Iran

Markus Bußler

Der Hafenbetreiber Hamburger Hafen verzichtet auf Geschäftsbeziehungen mit dem iranischen Unternehmen Tidewater. Das teilte das Logistikunternehmen am Sonntag in einer Erklärung mit.

Der Spiegel hatte berichtet, die Verhandlungen der Tochtergesellschaft des Hamburger Hafens, HPC Hamburg Port Consulting (HPC), mit dem iranischen Hafenbetreiber Tidewater hätten den Senat der Hansestadt unter Druck gesetzt. HPC soll mit den Iranern "Gespräche über den Abschluss eines Vertrages zur Management-Unterstützung" vereinbart haben. Inhalt soll eine Beratung über die Weiterentwicklung sowie den Betrieb des Containerterminals im Hafen von Bandar Abbas gewesen sein.

Kritik im Senat

Dies war laut Spiegel unter anderem vom Zentralrat der Juden kritisierten worden. SPD-Bürgerschaftsabgeordneter Thomas Böwer hatte in einer kleinen Anfrage an den Senat wissen wollen, ob die schwarz-grüne Regierung unter Ole von Beust (CDU) die Verhandlungen mit dem Unrechtsregime in Teheran billigt.

Bei dem Verzicht auf den Vertrag dürfte es sich in erster Linie um eine politische Entscheidung handeln. Immerhin befindet sich Hamburger Hafen und Logistik zum Großteil (68,5 Prozent) im Besitz der Stadt Hamburg. Auf das Ergebnis dürfte die Entscheidung keinen Einfluss haben. Zuletzt machten jedoch Medienberichte die Runde, wonach der Hafenbetreiber weit schwerer von der Krise betroffen sein könnte, als zunächst gedacht. Laut Hamburger Abendblatt soll die Zahl der von Januar bis November umgeschlagenen Standardcontainer um 28,9 Prozent auf rund 6,45 Millionen gesunken sein.

Kaufempfehlung

Ungeachtet dessen hat die Commerzbank ihre Kaufempfehlung für die Aktien des MDAX-Konzerns mit einem Kursziel von 34 Euro bestätigt. Analyst Frank Skodzik lobte die Sparmaßnahmen des Unternehmens und glaubt, die operative Marge könnte am oberen Ende der angepeilten Spanne von 14 bis 16 Prozent liegen.

Außer Frage steht, dass der Hafenbetreiber hart von der Krise getroffen wurde. Allerdings dürfte das Gröbste überstanden sein. Die Exporte in Deutschland ziehen langsam wieder an, damit dürfte auch der Containerumschlag auf Deutschlands wichtigstem Güterumschlagsplatz wieder anziehen. Auch der Kurs hatte zu Jahresbeginn wieder angezogen. Geriet aber nachdem Artikel des Hamburger Abendblatts wieder leicht unter Druck. Anleger sollten jedoch die Ruhe bewahren. Nach dem raschen Kursanstieg ist eine Konsolidierung normal. DER AKTIONÄR hält an seinem Kursziel von 32 Euro fest.

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