Jochen Kauper
Der DAX setzt seine Aufwärtsbewegung in der letzten Woche mit unheimlicher Dynamik fort. Zumindest in den nächsten Tagen könnte der Markt etwas Luft ablassen, um danach den Angriff auf die Marke von 7.000 Punkte zu starten. Nicht einmal die schlechten Nachrichten aus Griechenland scheinen dem Markt die Dynamik nehmen zu können.
Die sogenannte 'Troika" bestehend aus Mitgliedern der EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) spricht in ihrem jüngsten Griechenland-Bericht laut Bild von 'katastrophalen Zustände'. Die Sparvorgaben der Regierung Papademos seien deutlich verfehlt worden.
Pleitegeier
Eine Einigung zwischen der griechischen Regierung und der „Troika" über ein weiteres Sparpaket steht noch immer aus. Eine Verhandlungsrunde am Sonntagabend wurde ohne konkretes Ergebnis beendet. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht Griechenland die Staatspleite.
Ruhe kehrt ein
Mit der Entwicklung der Fiskalunion ist Halver aber bei Weitem nicht zufrieden. „Die ganzen Schuldenbremsen, die vereinbart werden sollen, sind ja leicht zu umgehen. Das haben wir in Deutschland auch schon gemacht", kritisiert Halver. Positiv bewertet der Leiter der Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, dass sogar eine Verdreifachung des Rettungsschirms in Betracht gezogen wird. „Wir bringen noch mehr Ruhe in die Märkte rein. Wir bauen Brandmauern sozusagen auf", erklärt Halver.

DAX stabil
Der Deutsche Aktienindex indes stürmte in den letzten Tagen von einem Hoch zum nächsten. „Man sieht was machbar ist, wenn eine Eurokrise nicht mehr so in den Köpfen verhaftet ist", so Robert Halver von der Baader Bank im DAF Deutsches Anleger Fernsehen. Sicherlich habe die Liquiditätsspritze der EZB zum Höhenflug der Märkte beigetragen, aber auch die zuletzt guten Konjunkturdaten aus den USA und China. „Die Weltwirtschaft läuft um 3,25 Prozent dieses Jahr nach oben. Das sind gute Vorraussetzungen für eine Befestigung des DAX, sicherlich auch längerfristig", so Halver optimistisch.