Großreinemachen bei Metro
Die gebeutelte Handelskette Metro schnallt den Gürtel enger. Ein erster Schritt erfolgt mit dem Verkauf des unrentablen britischen Großhandelsgeschäfts. Metro-Lenker Koch kündigt weitere Verkäufe an.
Beim drittgrößten europäischen Handelskonzern regiert der "eiserne Besen". Mit Makro UK steht jetzt die britische Großhandelssparte kurz vor dem Verkauf. Dies dürfte aber längst nicht das Ende umfangreicher Aufräumarbeiten sein.
Booker will Makro
Vorausgesetzt, die Aktionäre stimmen dem Deal zu, dann erwirbt die Booker Group 30 Großmärkte und das operative Vermögen der Metro-Beteiligung Makro UK. Die Briten legen 15,8 Millionen Pfund auf den Tisch und übertragen desweiteren 9,99 Prozent des gegenwärtig ausgegebenen Aktienkapitals an die Metro. Das Gesamtvolumen der Transaktion würde demnach bei etwa 140 Millionen Pfund liegen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der operative Verlust bei Makro auf 42 Millionen Pfund aufgetürmt – bei einem Umsatz von 766 Millionen Pfund.
Zurück zu den Kernkompetenzen
Die Strategie von Vorstandsvorsitzendem Olaf Koch sieht vor, unrentable Sparten aus dem Firmenverbund loszueisen. Die Verkäufe in Marokko und Frankreich und wahrscheinlich nun auch in Großbritannien dürften aber längst nicht das Ende der Verkaufsaktionen darstellen. "Wir müssen uns auf das Kerngeschäft konzentrieren", resümierte der Firmenlenker im Anschluss an den Makro-Verkauf. Auch andere Geschäfte in einer "sehr kleinen Zahl von Ländern" stünden auf dem Prüfstand.

Nur geringe Auswirkungen auf die Bilanz
Der Makro-Verkauf dürfte den operativen Gewinn im zweiten Quartal mit rund 200 Millionen Euro belasten. Da diese Belastung unter die Rubrik Sondereffekte fällt, hat dies keine Auswirkungen auf die EBIT-Gesamtjahresprognose. Dennoch sollten Anleger derzeit einen Bogen um die Metro-Aktie machen. Neben zahlreichen negativen Nachrichten muss der Konzern auch um den Verbleib im deutschen Elitesegment DAX bangen.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Das Stuttgarter Researchbüro schwärmt von einem Meilenstein für Terrace Energy. Der Anlegerbrief fährt mit Derivaten in beiden Richtungen auf Metro ab....mehr |
Kaum jemand dürfte Metro so gut kennen wie er: Olaf Koch. Der Vorstandsvorsitzende investierte zuletzt viel privates Geld in Aktien seiner Firma. Das kann als positives Signal gewertet werden....mehr |
Der Handelskonzern Metro hat im abgelaufenen Geschäftsjahr so wenig verdient wie lange nicht. Auch beim Ausblick hält sich das Management zurück. Müssen sich die Anleger jetzt Sorgen machen?...mehr |
Am Dienstag steht vor allem die Metro-Aktie im Fokus der Anleger. Der Grund ist eine Studie der Schweizer Bank UBS, die das Papier des Handelskonzerns angehoben und eine Neubewertung in Aussicht gestellt hat, sollten Teile des Unternehmens verkauft werden....mehr |
Nach einer kurzen Erholungsbewegung ging es zuletzt mit der Metro-Aktie wieder gen Süden. Wohin die Reise geht, ist auch unter Analysten umstritten. ...mehr |























