Grammer wächst kräftig
Der Sitzsystemhersteller Grammer konnte im dritten Quartal den Wachstumskurs fortsetzen. Aufgrund der nach wie vor guten Auftragslage sind die Erwartungen für das Gesamtjahr und darüber hinaus weiterhin vielversprechend. Die Aktie dennoch günstig bewertet.
Bequem zurücklehnen können sich die Aktionäre Grammer. Mit sehr guten Zahlen zum dritten Quartal 2011 setzt der Sitzsystemherstellers seinen Wachstumskurs in diesem Jahr fort. Die aktuelle Bewertung steht jedoch in einem krassen Gegensatz zur operativen Entwicklung. Weitere Kursgewinne sind vorprogrammiert.
Starke neun Monate
Grammer verbuchte in den ersten neun Monaten einen Umsatzanstieg von 19,7 Prozent auf 810,4 Millionen Euro. Das EBIT konnte noch deutlicher um 56,5 Prozent auf 36,0 Millionen Euro gesteigert werden. Nach Steuern verdienten die Amberger in den ersten neuen Monaten bei 15,8 Millionen Euro oder 77,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Bankhaus Lampe hatte mit 786,5 Millionen Euro Umsatz, einem EBIT von 36,8 Millionen Euro und einem Nachsteuerergebnis von 15,8 Millionen Euro gerechnet.
Wie bereits in den Vorquartalen war die positive Ergebnisentwicklung des dritten Quartals 2011 von der weltweit guten Marktentwicklung in allen Bereichen der Fahrzeugindustrie getrieben. Dabei hätte das Ergebnis noch höher ausfallen können. Die plangemäße Werkstilllegung in Immenstetten bei Amberg, Neuanläufe von Großprojekten und ungünstige Währungsentwicklungen haben ein noch besseres Ergebens im dritten Quartal verhindert.
Die Auftragslage ist weiterhin prächtig: diverse Neuanläufe sollten auch 2012 für Wachstum sorgen. Mit der Mittelkonsole für die B-Klasse, dem Mercedes Actros Fahrersitz sowie der Mittelkonsole für den Audi A6 in China, dürften 60 bis 65 Millionen Euro neuer Umsatz in 2012 erzielt werden, so die Schätzung der Analysten vom Bankhaus Lampe.
Starker Ausblick
Angesichts der guten Zahlen und der nach wie vor vielversprechenden Auftragslage rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatzwachstum von über zehn Prozent auf über 1 Milliarde Euro und einer EBIT-Rendite von rund 4,4 Prozent. Allerdings schränkt man den positiven Blick auch ein: Die Entwicklungen an den Rohstoff- und Devisenmärkten sowie die aktuelle Kurzfristigkeit und Volatilität in den Ordervolumina der Kunden seien jedoch ernst zu nehmende Risikofaktoren, die genau beobachtet werden müssen, um bei Veränderungen schnellstmöglich reagieren zu können.

Unter Buchwert zugreifen
Die Aktie notiert trotz der guten Entwicklung und vielversprechenden Perspektiven noch immer unter Buchwert. Das 2012er-KGV liegt bei moderaten 5,6. Die Aktie bleibt damit ein klarer Kauf. Zur Absicherung sollte ein Stopp bei 10,50 Euro platziert werden.
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